Weihnachten in Japan: Traditionen zum „Fest der Liebe“

Weihnachten in Japan

Weihnachten in Japan hat nur wenig mit dem Weihnachten zu tun, das wir bei uns in Europa kennen. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich sind die meisten Japaner Schintoisten und Buddhisten. Dennoch wird Weihnachten in Japan gefeiert – und das sogar mit vielen Traditionen. Teils romantisch, teils kurios, typisch japanisch also. In diesem Sinne: Merī Kurisumasu!

Viele Lichter und noch mehr Liebe

An Weihnachten feiern auch Japaner das „Fest der Liebe“. Wortwörtlich. Denn während sich bei uns an Weihnachten alles um die Familie dreht, verbringt man in Japan den Abend in trauter Zweisamkeit – ähnlich wie wir das am Valentinstag tun. Dementsprechend werden hauptsächlich Blumen, Schmuck und andere romantische Geschenke ausgetauscht.

Weihnachten in Japan

An Heilig Abend verabreden sich japanische Pärchen und gehen gemeinsam Essen oder spazieren durch die Innenstädte, die alle wunderschön illuminiert sind. Der Tokyo Dome oder das Stadtviertel Marunouchi sind gute Orte, um in der japanischen Hauptstadt zahlreiche Lichter zu bestaunen. Im Shoppingcenter Kitte steht der größte Weihnachtsbaum Japans und die Gyoko-dori-Straße, die vom Bahnhof zum Palast führt, ist mit Lichtshows und 3D-Effekten aufwendig dekoriert.

Weihnachten in Japan

Kurioses Weihnachtsessen

Tanzende Lichter und bummelnde Pärchen sind nicht das einzige Phänomen, das sich an Weihnachten beobachten lässt. Vor den Filialen einer bekannten amerikanischen Fast-Food-Kette aus Kentucky bilden sich an Heilig Abend riesige Schlangen. Wer nicht gerade einen romantischen Abend zu Zweit verbringt, steht hier an, um frittiertes Hühnchen abzuholen, das teilweise bereits Anfang Dezember vorbestellt wurde.

Fried Chicken an Weihnachten in Japan

Stellt sich nur noch die Frage: „Warum?“. Kentucky Fried Chicken hat es dank jahrzehntelanger Werbekampagnen geschafft, ganz Japan glauben zu lassen, dass frittiertes Hühnchen das traditionelle Weihnachtsessen der westlichen Welt sei – und es so zum traditionellen Weihnachtsessen der Japaner werden lassen. Kurios!

Die japanische Weihnachtstorte

Die japanische Weihnachtstorte, Kurisumasukēki, darf neben fast Food ebenfalls nicht fehlen. Sie besteht hauptsächlich aus Sahne und Erdbeeren und ist aufwendig – manche mögen sagen kitschig – verziert.

Weihnachtstorte in Japan

Vor einigen Jahren übrigens bezeichneten Japaner unverheiratete Frauen über 25 als Kurisumasukēki. Nach dem 25. Dezember gelten die Weihnachtstorten nämlich als unverkäuflich. Im übertragenen Sinn hieß das wohl, dass es für Frauen ab 25 ebenfalls düster aussah. Inzwischen heiratet man auch in Japan immer später, weshalb diese Bezeichnung aus der Mode gekommen ist.

Jetzt haben Japanerinnen immerhin bis 31 Zeit, zu heiraten, bevor sie als Toshikoshi-Soba bezeichnet werden. Diese Sobanudeln sind traditionell die letzte Mahlzeit der Japaner vor dem Jahreswechsel am 31. Dezember. Silvester verbringen Japaner übrigens im Familienkreis – so wie es bei uns an Weihnachten Tradition ist.

Bildnachweis: iStock.com/coward_lion und Yasufumi Nishi/©JNTO

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Susanne Krebs

Ich schreibe als freie Autorin für den EAST ASIA TOURS Blog. Die asiatische Kultur und Küche begeistern mich schon seit vielen Jahren. Der perfekte Ort, um möglichst viele Facetten Asiens auf einmal zu erkunden, ist für mich Singapur. Hier schlendert man am Ufer der Marina Bay entlang und erlebt das moderne, perfekte Asien mit einer wunderschönen Skyline. Traditionell, bunt und laut ist es hingegen in China Town oder Little India, wo zahlreiche Köstlichkeiten darauf warten, probiert zu werden.