Tempel und Talabfahrten: Die Winterspiele in Pyeongchang in Südkorea

Tempel und Talabfahrten: Die Winterspiele in Pyeongchang in Südkorea

Sotchi, Vancouver und Turin. Das waren die Austragungsort der letzten drei Winterspiele, allesamt Großstädte mit jeweils über 500.000 Einwohnern. Das südkoreanische Pyeongchang ist anders, unbekannter, kleiner. Gerade einmal 10.000 Einwohner leben in dem beschaulichen Ort, der malerisch in den zerklüfteten Ketten des Taebaek-Gebirges liegt. Im Februar richten sich die Augen der Welt auf diesen Ort, wir wollen ihn uns schon heute etwas genauer anschauen.

Aller guten Dinge sind drei

Nach den Sommerspielen 1988 in Seoul ist Südkorea nun zum zweiten Mal Gastgeber des prestigeträchtigen Sportwettkampfes. Auf dem Weg dorthin mussten aber einige Hürden genommen werden, zwei erfolglose Bewerbungen 2010 und 2014 um genau zu sein. Da aber die Zustimmung in der Bevölkerung ihresgleichen sucht und die Südkoreaner nicht aufgaben, konnte das Internationale Komitee schließlich von Pyeongchang 2018 überzeugt werden.

Skigebiet Alpensia Pyeongchang

Die Wiege des Wintersports

Der Austragungsort liegt rund 130 km östlich der Hauptstadt Seoul in der Provinz Gangwon-do. Dieser Tage verbindet die beiden Orte ein neuer Hochgeschwindigkeitszug, der extra vor dem Hintergrund der Winterspiele gebaut wurde. Die Region gilt als Wiege des Wintersports in Südkorea. 1975 eröffnete hier das erste Skigebiet der koreanischen Halbinsel, Yongpyong, und gab den Startschuss für den wintersportlichen Infrastrukturausbau der Region.

Skigebiet Yongpyeong

Verschiedene Pisten für Anfänger und Profis, Rodelbahnen, Seilbahnen, Hotels und Winterwanderwege – heute vermisst man als Wintersportfan nichts in Südkorea. Im Gegenteil!

Wann wurden Sie in den Alpen zuletzt bei der Einfahrt in die Bergstation vom Liftpersonal mit einer tiefen Verbeugung begrüßt?

Auf den Hütten gibt es Bibimbap und Bulgogi statt Germknödel und Kaiserschmarrn und doch mutet in Pyeongchang vieles westlich an. Alpensia heißt das größte Skigebiet und ist zugleich der Hauptaustragungsort der Spiele. Hier stehen die Übernachtungsstätten (Dorf) für alle Sportler, hier findet Biathlon, Langlauf, Skispringen und Rodeln statt. Der Name lässt darauf schließen, woher die Inspiration für Architektur und angestrebte Atmosphäre stammt. Vor allem nachts bei voller Beleuchtung sieht Alpensia beeindruckend aus.

Skigebiet Alpensia Pyeongchang

Von der Skipiste in den Tempel

Nicht nur wegen seiner Skigebiete ist Pyeongchang und Umland eine Reise wert. Im Frühling und im Herbst tauchen Blüten und Laub die Berge und Ebenen in bunte Farben. Im Sommer kann man auf den Bergen und in den Tälern Wandern und Raften gehen. Die Hochebene Daegwallyeong ist landschaftlich reizvoll und versorgt mit ihren weiten Feldern und Wiesen die umliegende Region mit Buchweizen, Kartoffeln und dem Fleisch der koreanischen Rinder Hanu.

Gestaffelte und dicht bewaldete Hügelketten prägen das Bild, das man im Mt. Odaesan Nationalpark wunderbar genießen kann.

Woljeongsa Tempel

Hier befinden sich auch die beiden Tempel Woljeongsa und Sangwonsa. Der Eintritt in den Nationalpark beinhaltet auch den Besuch der beiden Tempel. Der Woljeongsa-Tempel wurde 643 gegründete und nach seiner Zerstörung während des Koreakriegs wieder vollständig aufgebaut. Hier beten und meditieren Mönche mit den Besuchern, eine stille Abwechslung zum Skitrubel nur wenige Kilometer weiter.

Woljeongsa Tempel

Der Kiefernwaldpfad ist nicht weniger beeindruckend als der Tempel selbst. Die Kiefern sind über 500 Jahre alt und 20 Meter hoch. Anschließend können Sie im Seongbo Museum noch bedeutende buddhistische Kunstwerke bestaunen.

Sangwonsa Tempel

Tiefer im Mt. Odaesan Nationalpark und damit noch friedlicher liegt der Sangwonsa-Tempel. Er beherbergt Koreas älteste Bronzeglocke. Sie ist der 36. Nationalschatz Südkoreas auf einer Liste von 317 Kunstgegenständen, Örtlichkeiten oder Gebäude, die kulturell besonders wertvoll sind.

Auch hier könnte der Kontrast zu den Skigebieten nicht größer sein und wir finden, dass genau dieser Kontrast zwischen Tradition und Moderne, Stille und Rummel Pyeongchang so besonders macht.

Reisen Sie nach Pyeongchang

Erleben Sie Pyeongchang und die faszinierende Landschaft auf unserer Rundreise „Gesichter Südkoreas“. Dort haben sie z.B. die Möglichkeit, auf die Skisprungschanze hinaufzufahren und das einmalige Panorama zu genießen.

Bildernachweis: © Korea Tourism Organization

Share

Susanne Krebs

Ich schreibe als freie Autorin für den EAST ASIA TOURS Blog. Die asiatische Kultur und Küche begeistern mich schon seit vielen Jahren. Der perfekte Ort, um möglichst viele Facetten Asiens auf einmal zu erkunden, ist für mich Singapur. Hier schlendert man am Ufer der Marina Bay entlang und erlebt das moderne, perfekte Asien mit einer wunderschönen Skyline. Traditionell, bunt und laut ist es hingegen in China Town oder Little India, wo zahlreiche Köstlichkeiten darauf warten, probiert zu werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.