Sri Lanka: Berglandschaften und eine Hochkultur des Tees

Sri Lanka: Berglandschaften und eine Hochkultur des Tees

Letzte Woche hatte ich im Blog über Sri Lankas unbekannte Strände im Osten der Insel und über die Veddahs, Sri Lankas “Waldmenschen” berichtet. Heute möchte ich mich der erstaunlichen landschaftlichen Vielfalt der “Perle im Indischen Ozean” widmen.

Von Palmen gesäumte oder von Felsen eingerahmte Strände, savannenartige Ebenen, Regenwaldgebiete, Bergregionen mit tiefen Schluchten und Flüssen sowie eine artenreiche Unterwasserwelt, alles das ist Sri Lanka. Dazu kommen 12 Nationalparks und 52 Schutzgebiete, die zusammen über 12 Prozent der Landfläche der Insel ausmachen. In Sri Lanka lebt die größte Elefantenpopulation ganz Asiens und übrigens ist die Insel einer der besten Orte der Welt, um Leoparden beobachten zu können.

Besonders beeindruckend sind die Möglichkeiten, die sich aktiven Besuchern für Entdeckungstouren in der Bergwelt bieten. Da sind zum Beispiel die Berge der Knuckles Mountain Range östlich von Kandy mit ihren seltenen Nebelwäldern und dem Wanderweg zum Aussichtspunkt Corbets Cap. Von dort aus hat man einen fantastischen Blick über eine Bergwelt, die 27 Gipfel mit über 1.000 Meter Höhe aufweisen kann.

Ein besonderes Erlebnis bietet auch ein Besuch des Adam’s Peak im Südwesten des Berglandes. Dieser imposante Berg ist auch als Sri Pada (Heiliger Fußabdruck) bekannt. Aufgrund des seltsamen Fußabdrucks auf seinem Gipfel, wurde der Berg für die Anhänger aller großen Glaubensrichtungen Sri Lankas – Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen – zu einem Heiligtum und einer Pilgerstätte. Die 4.800 Stufen hinauf auf den Gipfel sind eine sportliche Herausforderung und garantieren Muskelkater. Allerdings erlebt der Besucher beim Aufstieg ein wahres Volksfest. Unzählige Buden säumen den Weg und bilden einen riesigen Basar. Verkauft und angeboten wird einfach alles: Getränke, Kekse, Süßigkeiten, lustige Mützen in allen Farben, Pullover, Strümpfe, Handschuhe und Ohrenschützer gegen die kühlen Temperaturen, Kinderspielzeug wie Schwimmtiere (!?) und Badmintonschläger. Ja, Menschenmassen muss man beim Aufstieg schon ertragen können. Speziell in der Pilgerzeit von Dezember bis Mai bevölkern tausende Gläubige gleichzeitig die Umgebung des Berges und den Pfad zum Gipfel. Die Anreise erfolgt mit kleinen oder großen Bussen, LKW oder PKW, die alle mit Reisähren geschmückt sind. Ganze Dörfer oder Schulklassen reisen an. Es wird gekocht, gefeiert und gesungen. Das Durcheinander in Bahnen zu lenken, würde manchen Logistiker bei uns zu Hause in den Wahnsinn treiben. Aber irgendwie regelt sich alles in erstaunlicher Ruhe wie von selbst. Anrührend sind die durch das Tal hallenden Gesänge der Mönche auf dem Weg nach oben und der Klang vom Läuten einer Glocke nach dem Abstieg durch jeden einzelnen Pilger.

Natürlich wäre eine Reise nach Sri Lanka ohne den Besuch der Teeanbaugebiete im zentralen Hochland unvollständig. Zum einen weil die Teekultur eine Stück Identität stiftet und einige der feinsten Teesorten der Welt im Bergland produziert werden. Zum anderen weil das „Teeland“ mit seinen fließenden Teehängen einige der imposantesten landschaftlichen Panoramen auf der Insel bereithält. Allein die Fahrt durch tiefe Täler und Schluchten, auf schmalen Bergstraßen durch kleine Dörfer vorbei an tosenden Wasserfällen ist ein Erlebnis. Hier kann man bei Spaziergängen durch Teepflanzungen zum Lovers Leap in Nuwara Eliya oder zum Lipton’s Seat bei Dembatenne auf den Spuren der englischen Teepioniere James Taylor und Thomas Lipton wandeln, den Teepflügern bei der Arbeit zuschauen, eine Teefabrik besuchen und in einem komfortablen Bungalow ehemaliger Plantagenbesitzer inmitten von Teeplantagen ein paar entspannte Tage verbringen.

Übrigens… Mein Lieblingsplatz für eine Tasse Tee ist die Terrasse des Hotels „98 Acres“ mit ihrem Blick über grüne Teeplantagen, den Ella’s Rock, den Little Adam’s Peak und die Schlucht von Ella!

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Dr. Uwe Kolwazick

Indonesien habe ich inzwischen über zwanzig mal bereist! Java, Sumatra, Sulawesi, Flores, Komodo & Rinca, Lombok & Gili Inseln, Sumba und Sumbawa waren meine Ziele. Und natürlich habe ich die Insel Bali – meine heimliche Liebe – in ihrer Veränderung erlebt. Als zuständiger Produktmanager bin ich auch gerne auf der vielseitigen Insel Sri Lanka und im Oman unterwegs. Nachhaltig beeindruckt haben mich meine Reisen in China und Tibet, Myanmar, Indochina, Australien und Marokko. Als außergewöhnliche Erlebnisse bleiben mir ein Besuch in Nordkorea und Segelfahrten durch den Komodo-Nationalpark in Erinnerung.

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