Eine Reise durch Vietnams traditionelle Mitte (Teil 1)

Hue Zitadelle

Zwischen der alten Kaiserstadt Hue und dem Hafenstädtchen Hoi An schlägt das kulturelle Herz Vietnams. Wir waren fast 15 Jahre nicht mehr in Zentralvietnam. Jetzt sind wir gespannt, wie sich die Region entwickelt hat.

Zurück in Zentralvietnam

Es ist April. Die Monate März und April werden allgemein als die beste Reisezeit mit angenehmen Temperaturen und kaum Regen bezeichnet. Als wir in Hue gegen 10:00 Uhr aus dem Flugzeug steigen, schlägt uns dennoch ein Hitzeschwall entgegen. Das Thermometer zeigt 35 Grad. Gut, dass wir uns für das Hotel „Pilgrimage Village“ entschieden haben, eine grüne Oase etwa 5 Kilometer vor der Stadt. Unsere geräumige Villa liegt in unmittelbarer Nähe des großen Pools.

Pilgrimage Village Hue

Drei Kaisergräber

Für eine Pause bleibt aber keine Zeit. Unser Reiseleiter drängt, schließlich stehen drei Kaisergräber auf dem Programm. Die Grabstätten der Kaiser Tu Duc und Minh Mang sind in schönen Parks eingebettet. Sie gehören zu den hervorragendsten Bauten royaler Architektur in Vietnam.

Hue Grabmal von Tu Duc

Charakteristisch für das Mausoleum des Kaisers Khai Dinh ist eine Mischung aus westlichem und vietnamesischem Stil.

Hue Grabmal von Khai Dinh

Von der Pagode zur Zitadelle

Der folgende Tag beginnt mit einer Bootsfahrt auf dem Duftfluss. Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir eines der meistverehrten Heiligtümer Vietnams – die Thien-Mu-Pagode. Sie ist der Himmelsgöttin geweiht und thront auf einer Anhöhe über dem Fluss. Im Garten des dazugehörigen buddhistischen Klosters bewundern wir wundervolle Bonsais und einen Seerosenteich.

Hue Thien Mu Pagode

Mit dem Auto fahren wir danach zur Zitadelle und besichtigen den in Teilen erhaltenen Palast der Nguyen-Kaiser. Die Palastanlage ist grüner geworden, mehrere Hallen wurden seit unserm letzten Besuch restauriert bzw. ganz neu wieder aufgebaut. Auf dem großen Areal gibt es viel zu entdecken, abseits der Touristenströme laden ruhige, noch nicht restaurierte Tempel sowie Grünanlagen mit kleinen Seen zum Verweilen ein.

Ein angenehmer Mix, der den Charme der Anlage ausmacht, die in den vergangenen Jahren sehr viel an Attraktivität gewonnen hat.

Hue Zitadelle

Ein vietnamesischer Marktbummel

Der Kontrast dann zum Abschluss des Tages: Auf dem quirligen Dong-Ba-Markt gibt es alles, was ein vietnamesischer Haushalt zum Leben braucht. Die Vielfalt des Angebots ist einfach überwältigend. Ein Besuch lohnt sich!

Hue Dong Ba Markt

Über den Wolkenpass

Am nächsten Tag geht es in Richtung Hoi An – einer von mehreren Sehnsuchtsorten in Südostasien. Der Weg über den „Wolkenpass“ schlängelt sich an der Küste entlang über die Berge. Die Wetterscheide trennt den subtropischen Norden vom tropischen Süden Vietnams.

Wolkenpass Vietnam

Hinter jeder Kehre verleiten traumhafte Ausblicke immer wieder zu einem Fotostopp. Bevor wir die Passhöhe erreichen, halten wir in einem Fischerdorf, das sich auf die Zucht von Austern an ausgedienten Autoreifen spezialisiert hat.

Fischerdorf Austernzucht Vietnam

Die Tempelruinen von My Son

Unser Tagesziel ist Hoi An. Davor machen wir noch einen Abstecher zu den Tempelruinen von My Son. Sie befinden sich inmitten des zentralvietnamesischen Dschungels, etwa 50 Kilometer von Hoi An entfernt. My Son war vom 4. bis zum 13. Jahrhundert das religiöse und kulturelle Zentrum des Champa Reiches und wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

My Son Cham Ruinen

Die Cham kamen auf dem Seeweg nach Vietnam. Sie befanden sich fast immer im Krieg mit den Khmer im Westen und den Vietnamesen im Norden. Durch die intensiven Verbindungen nach Indien entwickelte sich der Hinduismus zur vorherrschenden Religion. Viele Tempel sind Hindu-Göttern wie Krishna oder Vishnu gewidmet; die wichtigste Gottheit des Champa Volkes war jedoch Shiva.

Gegenwärtig läuft ein Restorationsprojekt, um die Anlage mit seinen Tempeln, Türmen und Mauern wieder aufzubauen. Einen guten Überblick bietet das Museum am Eingang.

Ein Besuch von My Son lohnt sich, eine wunderbare Ergänzung zu den Tempeln der Khmer in Angkor.

Sehnsuchtsort Hoi An

Am späten Nachmittag erreichen wir Hoi An. Unser Hotel „Allegro Hoi An Little Luxury & Spa“ liegt unmittelbar am Rande des Altstadtviertels und bietet mehr als nur „kleinen Luxus“. Das gesamte Hotel ist sehr geschmackvoll eingerichtet, der Service ist perfekt, der große Pool bietet die gewünschte Abkühlung, das Frühstücksbuffet ist atemberaubend gut, die Preise sind moderat.

Allegro Hoi An Pool

Obwohl wir sehr müde von der Hitze des Tages sind, unternehmen wir noch einen Bummel durch die Altstadt. Hoi An entfaltet bei Einbruch der Dunkelheit einen ganz besonderen Charme.

Abendstimmung in Hoi An

Abendstimmung am Fluss in Hoi An

Bernd mit Mojito

 

Auf dem Fluss schwimmen viele Laternen, bunte Lampions spiegeln sich im Wasser. Bei Vollmond wird sogar die elektrische Beleuchtung ausgeschaltet. Es entsteht ein geradezu magisches Licht. Die Pubs und Bars sind mittlerweile gut besucht. Ein „Passion Mojito“ (die Passionsfrucht verleiht dem klassischen Mojito seine vietnamesische Note) ist für uns der perfekte Abschluss eines wundervollen Tages.

Wie es mit unserer Reise durch Zentralvietnam weitergeht, lesen Sie im zweiten Teil des Reiseberichts.

So reisen Sie nach Zentralvietnam

Zentralvietnam mit Hue, Da Nang, Hoi An u.a. Zielen ist Bestandteil vieler Vietnamrundreisen von EAST ASIA TOURS. Unser viertägiger Reisebaustein „Die traditionelle Mitte“ widmet sich explizit dieser attraktiven Reiseregion.

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Dr. Bernd Jordan

Für EAT erkunde ich am liebsten neue Reiseziele. In jüngster Zeit haben mich besonders die wilde Gebirgslandschaft im Norden von Laos, in Myanmar das Tempelfeld von Mrauk U und die Region südlich von Yangon beeindruckt. Großes Potenzial für alle Entdecker haben die Regionen Mondulkiri und Rattanakiri in Kambodscha. Wer von Phnom Penh nach Angkor will, sollte unbedingt den Landweg über Battambang wählen und von dort mit dem Boot über den Tonle Sap schippern. Hier findet man zwischen zwei touristischen Hotspots noch das ursprüngliche Asien und seine liebenswerten Menschen.