Eine Reise durch Vietnams traditionelle Mitte (Teil 2)

Titelfoto Abend in Hoi An

Im ersten Teil dieses Reiseberichts haben wir Ihnen unsere Reise von der alten Kaiserstadt Hue bis ins Hafenstädtchen Hoi An vorgestellt. Jetzt geht die Reise weiter.

Die „Marmorberge der 5 Elemente“

Heute sind wir letztmalig mit unserem Reiseleiter unterwegs. Wir fahren nach Danang. Erster Stopp auf dem Weg sind die „Marmorberge der 5 Elemente“. Auf dem „Wasserberg“ gibt es zahlreiche Höhlen, Pagoden und grandiose Aussichtspunkte mit Blick auf das Meer.

Für viele Vietnamesen ist es eine Art Pilgerort, an dem hinduistische, daoistische und buddhistische Heilige verehrt werden.

Marmorberge Tempel

Die Erkundung der Marmorberge lohnt sich auf jeden Fall. Ein Besuch in einem der zahlreichen Mamor-Shops gehört einfach dazu.

Marmorberge Marmorshop

Die Entwicklung Danangs

Bis Danang sind es noch 10 Kilometer. Wir fahren auf einer breiten Straße direkt am Meer entlang. Leider sehen wir den breiten Sandstrand nicht überall, da ein endloser Bauzaun die Sicht versperrt. Es entstehen riesige Hotels, Casinos und Apartmenthäuser. Als wir das letzte Mal hier waren, gab es nur ein internationales Hotel, einen einsamen Strand und Reisfelder. Die Nachfrage kurbeln vor allem Touristen aus China und Korea an, die in großen Gruppen nach Danang kommen. Reich gewordene Vietnamesen und andere Asiaten suchen hier auch nach günstigen Geldanlagen.

Da Nang Strand

Die Region wird sich in den nächsten 10 Jahren noch mal drastisch verändern. Riesige Wolkenkratzer bestimmen schon jetzt das Bild. Gut, dass Hoi An noch ein Stück entfernt liegt und unter dem Schutz der UNESCO steht.

Das Cham-Museum in Danang

Unser nächstes Ziel in Danang ist das Cham-Museum, das in den vergangenen Jahren umgebaut und modernisiert wurde. Die große Sammlung an Skulpturen ist einzigartig und unbedingt sehenswert. Ansonsten bietet die Stadt nicht viel, um zu verweilen. Die beiden neuen Brücken über den Fluss sind da noch am spannendsten.

Da Nang Cham Museum

Das Gemüsedorf Tra Que

Auf dem Rückweg halten wir im „Gemüsedorf Tra Que“. Hier erfahren wir, welche exotischen Gemüsesorten und Gewürze angebaut werden.

Gemüsedorf Tra Que

In der Küche bereiten wir unter Anleitung gefüllte Pfannkuchen („Banh Xeo“) zu. Der Teig besteht aus Eiern, Reismehl, Wasser und Kokosmilch. Für die gelbe Farbe sorgt Kurkuma. Gefüllt wird das Ganze mit verschiedenen Gemüsearten, Fleisch und Garnelen. Unbedingt probieren!

Gemüsedorf Bernd beim Kochen

Den Ausflug in das Dorf kann man auch ab Hoi An mit dem Fahrrad (ca. 10 Kilometer eine Strecke) buchen. Nach dem guten Mittagessen am Feld geht es zum nächsten Dorf bei Hoi An. Hier dreht sich alles um das Töpfern. Die ausgestellten Erzeugnisse (schöne Vasen!) kann man auch kaufen.

Ein Spaziergang durch Hoi An

Schließlich geht es mit dem Boot direkt nach Hoi An. Unser Reiseleiter macht mit uns einen kleinen Rundgang von der „Japanischen Brücke“ über die „Versammlungshalle der Landsleute aus Fujian“ zum „Alten Haus einer reichen Kaufmannsfamilie“. In den kommenden Tagen haben wir noch genügend Zeit, um Hoi An und Umgebung auf eigene Faust zu erkunden.

Hoi An Japanische Brücke

Hoi An Sightseeing

Tagsüber sind wir auf Foto-Safari. Der ideale Ort dafür ist die „Tran Phu-Straße“, gleich hinter der „Japanischen Brücke“. Kleine Läden, Restaurants, Cafes, Versammlungshallen und Familientempel prägen das Bild in der Fußgängerzone der Altstadt. Uns fasziniert die wunderbare und gut erhaltene Architektur. Es ist ein Mix aus vietnamesischer, japanischer und chinesischer Architektur in den Farben Mango-Gelb und schwarz.

Am Abend sorgen Laternen und eine gedämpfte Beleuchtung für eine farbenfrohe Atmosphäre.

Hoi An am Abend

Es ist Zeit, die Nachtmärkte zu besuchen bzw. ein neues „Lieblingsrestaurant“ zu finden. Wir sind im „Minh Hien“ hängen geblieben, ein vegetarisches Restaurant in einer traumhaften alten Gartenanlage gelegen. Die köstlichen Gemüse-und Dofu-Gerichte haben uns sofort überzeugt. Hier entdecken wir auch das für Hoi An typische Gericht „White Rose“, allerdings in der vegetarischen Variante. Eigentlich werden die Ravioli aus Reismehl mit einer Mischung aus Hackfleisch und Garnelen gefüllt. Hier dienen vor allem Shitake-Pilze und frittierte Schalotten als Geschmacksträger.

Am Meer von Hoi An

Neben der Altstadt ist das Meer die andere Attraktion von Hoi An. Mit dem Fahrrad sind wir in ca. einer halben Stunde am 5 Kilometer entfernten „Cua Dai Beach“. Der Weg führt von der quirligen Hauptstraße „Tran Hung Dao“ immer gerade aus der Stadt heraus. Nach etwa der Hälfte der Strecke wird die Gegend ländlicher und man kann schon das Meer riechen.

Cua Dai Beach

Leider werden die feinen Sandstrände aufgrund von Erosion zunehmend vom Meer verschluckt. Ein Phänomen, mit dem viele Länder Asiens schon seit Jahren konfrontiert sind. Die Touristenhotels am „Cua Dai Beach“ sind unterschiedlich betroffen und versuchen vor allem mit Befestigungen aus Sandsäcken den Prozess aufzuhalten.

Mittlerweile ist der nahe gelegene „An Bang Beach“ für Strandliebhaber eine echte Alternative geworden.

Waren es ursprünglich fast nur Einheimische und lokal ansässige Ausländer, kommen heute immer mehr Touristen hierher. Zahlreiche Bars und Restaurants sorgen für das leibliche Wohl und bieten kostenlos Strandliegen, wenn man bei ihnen etwas konsumiert.

Mit dem Boot zu den Cham-Inseln

Die schönsten Strände in der Nähe von Hoi An gibt es auf den „Cham-Inseln“. Wir buchen eine Schnorchel-Tour inkl. Mittagessen für ca. 35 Euro pro Person. Gegen 08:00 Uhr werden wir vom Hotel abgeholt und zum Hafen gefahren. Die Überfahrt dauert etwa 45 Minuten. Das große Boot der Firma „Hoi An Diving Center“ ist ausgebucht.

Schnorcheltour Schiff Vietnam

Von den über 30 Teilnehmern will die Mehrheit Tauchen. Wir sind keine Unterwasserprofis. Schnorcheln ist für uns schon ein großes Abenteuer. Die Unterwasserwelt sei – so die erfahrenen Taucher an Bord – nicht allzu spektakulär im Vergleich zu den berühmten Tauchrevieren dieser Erde. Die Korallen sind überwiegend farblos, kleine bunte Fische und Seeigel dominieren, blaue Seesterne sehen wir erstmalig unter Wasser.

Schnorcheltour Cham Inseln

Wir sind zufrieden, zumal die Betreuung an Bord erstklassig ist und das Mittagessen an einem sehr schönen Strand serviert wird.

Schnorcheltour Strand Cham Inseln

Am frühen Nachmittag sind wir wieder im Hotel. Wir haben noch 4 Tage in Hoi An vor uns und sind froh, dass wir uns für einen längeren Zeitraum in Zentralvietnam entschieden haben.

Bernd in Hoi An

Ihre Reise nach Vietnam

Zentralvietnam mit Hue, Da Nang, Hoi An u.a. Zielen ist Bestandteil vieler Vietnamrundreisen von EAST ASIA TOURS. Unser viertägiger Reisebaustein „Die traditionelle Mitte“ widmet sich explizit dieser attraktiven Reiseregion.

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Dr. Bernd Jordan

Für EAT erkunde ich am liebsten neue Reiseziele. In jüngster Zeit haben mich besonders die wilde Gebirgslandschaft im Norden von Laos, in Myanmar das Tempelfeld von Mrauk U und die Region südlich von Yangon beeindruckt. Großes Potenzial für alle Entdecker haben die Regionen Mondulkiri und Rattanakiri in Kambodscha. Wer von Phnom Penh nach Angkor will, sollte unbedingt den Landweg über Battambang wählen und von dort mit dem Boot über den Tonle Sap schippern. Hier findet man zwischen zwei touristischen Hotspots noch das ursprüngliche Asien und seine liebenswerten Menschen.