Neuseeland: Eine Abenteuerreise im Land der Kiwis

Tasman Lake mit Mount Cook

Aotearoa – das „Land der langen weißen Wolke“ – so lautet der Maori-Name für Neuseeland.

Der Legende nach war der polynesische Entdecker Kupe auf der Suche nach neuem Land für sein Volk, als seine Frau eine Wolke am Horizont entdeckte – eine lange weiße Wolke. Das war vor ca. 900 Jahren. Kupe erkannte die Schönheit der Inseln und sorgte dafür, dass seine Landsleute ihm folgten.

Sehnsuchtsziel Neuseeland

Bis heute hat Neuseeland nichts an Faszination verloren, steht es doch für weites Farmland mit unzähligen Schafen, hohe schneebedeckte Gipfel, beeindruckende Vulkanlandschaften, dichten Regenwald mit Farnen und Moosen, tiefe Fjorde, ausgezeichnete Wanderwege sowie wunderschöne Buchten und Strände. Und seit Peter Jackson’s Trilogie „Herr der Ringe“ auch für kleine Hobbits.

Für mich war dieses Land am anderen Ende der Welt schon länger ein Sehnsuchtsziel, und so erfüllte ich mir den Traum einer zweimonatigen Tour über die Nord- und Südinsel. Ich nutzte die beste Reisezeit von Dezember bis Februar, so wie auch einige andere deutsche Reisende. Es gab so vieles zu entdecken und zu erleben!

Auckland mit Sky Tower
Die Skyline von Auckland mit dem Sky Tower

Auf der Nordinsel Neuseelands

Nach ein paar ruhigen Weihnachtstagen auf der Coromandel-Halbinsel und einem schönen Feuerwerk in Auckland, der größten Stadt des Landes, ging die Reise an die Küste und bis zum nördlichsten Zipfel Neuseelands. Bei einer Bootsfahrt durch die Bay of Islands begleiteten mich Delfine. In Waitangi lernte ich viel Interessantes über die Kultur und Geschichte der Maori.

Cape Reinga, ganz im Norden, ist für die Maori ein sehr spiritueller Ort. Hier reinigen sich die Seelen der Verstorbenen und kehren zu den Vorfahren zurück.

Cape Reinga Leuchtturm
Der Leuchtturm von Cape Reinga

Von Auckland nach Rotorua sind es nur knapp drei Stunden Fahrzeit, aber die Landschaft ändert sich enorm. Neuseeland ist ein Land der Vulkane. Das ist in dieser Region am besten zu sehen und zu riechen. Je nach Windrichtung liegt ein leichter bis stechender Geruch nach Schwefel über der Stadt. Aber die Einwohner sind es gewohnt. Das Blubbern, Zischen und Brodeln sowie die Nebelschwaden über den warmen, türkisblauen Seen im Thermalgebiet Waimangu Volcanic Valley, dem jüngsten Vulkangebiet Neuseelands, haben mich sehr beeindruckt.

Zu den Höhepunkten meiner Reise zählte der Besuch auf der Vulkaninsel White Island.

Die Überfahrt mit dem Boot ist nur etwas für seetaugliche Personen, aber was nimmt man nicht alles auf sich, um sagen zu können, dass man eine aktive Vulkaninsel besucht hat. Ich fühlte mich in einen Apokalypsefilm von Roland Emmerich versetzt.

White Island
White Island

Nächste Station: Lake Taupo, der größte See des Landes. Hier kam es vor mehr als 1830 Jahren zu einem gewaltigen Vulkanausbruch. Die Chinesen und Römer dokumentierten außergewöhnlich rote Sonnenuntergänge zu diesem Zeitpunkt. Besonders spektakulär ist der Blick über diese Landschaft aus der Vogelperspektive.

Fallschirmsprung
Ob ich mir das gut überlegt habe..?

Ich habe meinen Mut zusammengenommen und bin im Tandem mit dem Fallschirm direkt über dem Lake Taupo in 12.000 Fuß (mehr als 3.600 m) Höhe aus dem Flugzeug gesprungen. 45 Sekunden freier Fall mit Blick auf den See und die umliegenden Ortschaften mit den sanften Hügeln… ein atemberaubendes Abenteuer! In der Ferne thronen der schneebedeckte Mt. Ruapehu und der Mt. Ngauruhoe, den Fans von „Herr der Ringe“ als „Schicksalsberg“ bekannt.

Den beiden Bergen kam ich bei meiner schönsten Tageswanderung, dem Tongariro Crossing, ganz nah. 800 Höhenmeter waren auf 20 km Fußmarsch zu überwinden.

Der gut ausgebaute Wanderweg durch das Vulkangebiet, vorbei an Kraterseen und durch den Regenwald, zählt zu Recht zu den „Great Walks“ Neuseelands.

Tongariro Crossing
Tongariro Crossing

Meine Reise führte mich auch nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Wellington ist von überschaubarer Größe und hat viel Charme, interessante Sehenswürdigkeiten und eine Fülle an Cafés und Bars zu bieten. Von hier brachte mich die bequeme Interislander-Fähre in weniger als 4 Stunden durch die Cook Strait auf die Südinsel nach Picton, wo ich zur nächsten Wanderung aufbrach.

Wellington Cable Car
Cable Car in der Hauptstadt Wellington

Auf der Südinsel Neuseelands

Mit dem Boot wurden ich und ein paar andere Mutige zum Ausgangspunkt der viertägigen Wanderung auf dem Queen Charlotte Track gebracht. Mutig waren wir, denn es hatte sich ein Unwetter mit Regen und Sturm zusammengebraut, das die Wege in Bäche verwandelte und Bäume zum Umstürzen brachte. Nach 5 Stunden war ich völlig durchnässt, aber stolz, die Etappe geschafft zu haben. Die nächsten Tage brachten besseres Wetter, herrliche Aussichten auf die Marlborough Sounds, nette Wanderbegleiter und die Möglichkeit, Kajak zu fahren und schwimmen zu gehen. Das Hauptgepäck wurde, sehr praktisch, mit dem Boot von Unterkunft zu Unterkunft gebracht.

Queen Charlotte Track
Blick vom Queen Charlotte Track auf Endeavour Inlet

Schwimmen, wandern und Kajak fahren war ich auch im Abel Tasman National Park, der immer wieder zum schönsten Nationalpark des Landes gekürt wird.

Benannt wurde der kleinste Nationalpark Neuseelands nach dem Niederländer Abel Tasman, der vermutlich als erster Europäer 1642 hier an der Westküste der Südinsel ankam. Er hat aber nie einen Fuß an Land gesetzt. Erst nach mehreren Expeditionen unter der Leitung von James Cook in den 1770-er Jahren begann die Besiedlung durch die Europäer.

Abel Tasman Nationalpark
Der wunderschöne Abel Tasman Nationalpark

Nicht wie James Cook mit dem Schiff sondern mit dem Bus reiste ich weiter die Westküste der Südinsel entlang, vorbei an den berühmten Felsformationen „Pancake Rocks“ und den beeindruckenden Gletschern in Franz Josef. Über Wanaka erreichte ich Neuseelands Abenteuerhauptstadt Queenstown. Wer es wagte, konnte verschiedene Bungeesprünge absolvieren, Wildwasser raften, Jetboot fahren oder sich mit einer Schaukel in den Abgrund stürzen. Man konnte aber auch ganz ruhig auf einem der herrlichen Bergseen Kajak fahren und die Umgebung mit dem Fahrrad erkunden. Dabei sollte ein Abstecher zu einem Weingut nicht fehlen.

In der Region Fiordland, die bekannt ist für spektakuläre Mehrtageswanderwege wie den Milford und den Kepler Track sowie für die beeindruckende Fjordlandschaft, regnet es im Durchschnitt 200 Tage und bis zu 9.000 mm (!) jährlich.

Im Urlaub wünscht man sich natürlich immer Sonnenschein, aber der Regen zauberte im Milford und im Doubtful Sound hunderte Wasserfälle. Mit der richtigen Regenkleidung war dann auch der Fischfang auf der zweitägigen Kreuzfahrt im Doubtful Sound erfolgreich und dazu gab es zum Abendessen noch frisch gefangenen Hummer.

Doubtful Sound
Beeindruckende Landschaft im Doubtful Sound

Am Morgen erwartete mich ein herrlicher Sonnenaufgang in absoluter Stille. Die Wolken hingen zum Teil noch tief im Fjord. Es herrschte eine magische Stimmung. Als das Boot Fahrt aufnahm, schwamm eine Gruppe Delfine direkt am Bug in rasantem Tempo mit. Das nennt man wohl pures Glück.

Mit ganz viel Glück sieht man auf der Reise auch den Nationalvogel, den Kiwi. Als flugunfähiger Vogel ist er leider oft leichte Beute für Wiesel, Opossums, Ratten aber auch Hunde und Katzen. Zum Schutz gibt es im ganzen Land Aufzuchtstationen, die u.a. die erwachsenen Tiere mit Sendern ausstatten, Eier ausbrüten, die Jungtiere aufziehen und sie dann in sichere Gebiete aussetzen.


Der Kiwi ist der Nationalvogel Neuseelands

Nachdem ich Kiwis schon in einer Station gesehen hatte, wollte ich mein Glück auch in freier Natur versuchen. Und das geht am besten auf Stewart Island. Die kleine Insel erreicht man in 45 Minuten mit der Fähre ab Bluff. Hier leben nur 400 Einwohner. Jeder kennt jeden und oft trifft man sich abends auf ein Bier im einzigen Pub.

Mit Insiderwissen und einer Taschenlampe machten wir uns nach Einbruch der Dunkelheit auf die Suche… und waren erfolgreich! Ein Kiwi hatte sich auf seiner Nahrungssuche aus dem Wald getraut. Die Vögel können schlecht sehen, aber die Anwesenheit mehrerer Personen blieb natürlich nicht unbemerkt, so dass es bei einer kurzen aber spannenden Begegnung blieb.

Neben einer Vielzahl an verschiedenen Vogelarten bietet Stewart Island auch hervorragende Wanderwege mit tollen Ausblicken auf die Küste. Ein Besuch lohnt sich.

Kontrastreicher konnte es kaum zugehen! Von der Insel machte ich mich auf den Weg zu Neuseelands höchstem Berg, dem Mt. Cook. Im 700 km2 großen Aoraki/Mt. Cook National Park thront er mit seinen 3.724 m über den umliegenden Bergen und Gletschern. Ein Traum für Wanderer und Bergsteiger. Hier lässt sich hervorragend der südliche Sternenhimmel beobachten.

Bei einer Tour mit erfahrenen Astronomen konnte ich das Kreuz des Südens und die Milchstraße bestaunen und auch mal einen Blick durch ein Teleskop werfen, um den Orionnebel zu beobachten.

Mount Cook Sonnenaufgang
Sonnenaufgang am Mount Cook

Auf dem Tasman Lake am Fuß des gleichnamigen Gletschers, dem größten Neuseelands, unternahm ich eine Tour mit dem Schlauchboot. Vom Gletscher brechen immer wieder kleine und größere Stücke ab, die als Eisberge, in unterschiedlichen Formen und Farben, über den See schwimmen. Dazu bot sich ein herrlicher Blick auf den Mt. Cook – endlich nicht komplett wolkenverhangen.

Nach einem Abstecher zum türkisblauen Lake Tekapo mit der kleinen „Kirche des Guten Hirten“, die dank der malerischen Kulisse gern für romantische Hochzeiten genutzt wird, ging die Reise in Christchurch zu Ende.

Kirche des guten Hirten
Die Kirche des guten Hirten

Zwei starke Erdbeben vor sechs Jahren haben ihre Spuren in der Stadt und bei den Bewohnern hinterlassen. Mit unglaublicher Willenskraft, neuen technischen Ideen und viel Kreativität wird Christchurch komplett neu aufgebaut. Es entsteht eine moderne Stadt, in der auch geschichtsträchtige Baudenkmäler erhalten bleiben sollen.

Zwei Monate waren schnell vergangen. Ich habe die „Kiwis“ mit ihrer aufgeschlossenen Art und ihrer Begeisterung für die Schönheiten des eigenen Landes ins Herz geschlossen. Neuseeland hat mit den kontrastreichen Landschaften auch mich beeindruckt.

Ich freue mich, dass wir für unsere Reisegäste jetzt eine Gruppenreise anbieten können. Gern arbeite ich natürlich auch individuelle Programme aus. Als anerkannter „New Zealand Specialist“ verrate ich gern auch noch den einen oder anderen Geheimtipp. Reisen Sie mit uns ans andere Ende der Welt!

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Mandy Pjede

Reisen ist mein Lebenstraum und so höre ich von Freunden oft „Du bist ja nie da!“. In den vergangenen 10 Jahren bei EAT habe ich einige Abenteuer vor allem in „meinen Ländern“ Myanmar und der Region Indochina erlebt. In besonderer Erinnerung behalte ich z.B. die rutschige Wanderung im Regenwald von Nordlaos, die Ballonfahrt über Bagan oder auch das „Hinter-den-Ohren-Waschen“ der Elefanten im „Elephant Hills“.

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