Die fünf neuen UNESCO Welterbestätten in Asien

Kulangsu: eine historische internationale Siedlung (China)

Das Taj Mahal in Indien, die Ruinen von Angkor in Kambodscha oder die Große Mauer in China – nur einige der bekanntesten Sehenwürdigkeiten in Asien. Ihnen allen gemeinsam ist die Anerkennung als UNESCO Welterbestätten, die es zu schützen und zu erhalten gilt.

Bei der jüngsten Tagung im Juli diesen Jahres beschloss das UNESCO-Welterbekomitee eine Erweiterung der Welterbeliste um viele erhaltenswerte Natur- und Baudenkmäler. Dazu gehören nun auch fünf weitere historische Stätten in vier asiatischen Ländern, die wir Ihnen nachfolgend genauer vorstellen.

Kulangsu: eine historische internationale Siedlung (China)


© Cultural Heritage Conservation Center of THAD

Kulangsu (im Hochchinesischen “Gulangyu”) ist eine kleine, an der Flussmündung des Jiulong gelegene Insel in der Nähe der Stadt Xiamen. Mit der Öffnung Xiamens zum Handelshafen 1843 und der Ausweisung von Kulangsu als internationale Niederlassung 1903 wurde die Insel an der Südküste des chinesischen Reiches in kurzer Zeit zu einem wichtigen Handelsplatz zwischen China und dem Ausland. Kulangsu ist ein außergewöhnliches Beispiel kultureller Verschmelzung, die aus dem intensiven Austausch entstand und noch heute im Stadtgefüge sichtbar ist.

Unterschiedliche architektonische Stile vermischen sich, darunter insbesondere der traditionelle Stil aus dem Süden der Provinz Fujian, der neo-klassizistische Stil des Westens sowie der von Veranden geprägte Kolonialstil. Daraus entstand eine einzigartige architektonische Ausprägung: Der Amoy Deco-Stil, eine Synthese zwischen Art déco und der modernen Architektur zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

Mehr über Gulangyu können Sie auch in unserem Beitrag über die Tulou-Rundhäuser in Fujian lesen.

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Xiamen und die Rundhäuser der Hakka mit einem Besuch Gulangyus am ersten Tag

Qinghai Hoh Xil (China)

Qinghai Hoh Xil (China)
© Peking University


Im tibetischen Hochland liegt die entlegene und bevölkerungsarme Region Hoh Xil. Die Qinghai-Tibet-Hochebene ist das höchste und größte Plateau der Welt. Hochgebirge und Steppen prägen das 4.500 Meter über dem Meeresspiegel liegende Gebiet. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt hier im Minusbereich. Die geografischen und klimatischen Bedingungen haben eine einzigartige biologische Vielfalt hervorgebracht.

Mehr als ein Drittel der Pflanzenarten und alle pflanzenfressenden Säugetiere kommen nur hier vor. Die Stätte umfasst zudem die gesamte Wanderroute der gefährdeten endemischen Tibetantilope.

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Altstadt von Ahmedabad (Indien)

Altstadt von Ahmedabad (Indien)
© AMC


Die indische Stadt Ahmedabad wurde im 15. Jahrhundert von Sultan Ahmed Shah am östlichen Ufer des Sabarmati gegründet und weist noch heute ein reiches architektonisches Erbe aus der Zeit des Sultanats auf, darunter die Zitadelle von Badhra sowie die Mauern und Tore der befestigten Stadt. Auch zahlreiche Moscheen und Grabstätten sowie bedeutende Hindu- und Jain-Tempel späterer Zeit sind hier zu finden.

Die Altstadt ist durch dicht aneinander gereihte traditionelle Häuser (pols) entlang geschlossener traditioneller Straßen (puras) geprägt, die durch Vogelhäuschen, öffentliche Brunnen und religiöse Stätten gekennzeichnet sind. Ahmedabad war lange Zeit Hauptstadt des Staates Gujarat und ist seit 600 Jahren eine florierende Stadt.

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Heilige Insel Okinoshima und zugehörige Stätten in der Region Munakata (Japan)


Heilige Insel Okinoshima und zugehörige Stätten in der Region Munakata (Japan)
© World Heritage Promotion Committee

Die Insel Okinoshima, 50 Kilometer vor der Westküste der Insel Kyushu gelegen, ist ein außergewöhnliches Beispiel für traditionelle Riten auf einer heiligen Insel. Die erhaltenen archäologischen Stätten sind weitestgehend intakt und geben einen chronologischen Überblick über die Entwicklung der auf der Insel praktizierten Rituale zwischen dem 4. und 9. Jahrhundert. Im Zuge der Rituale wurden Votive als Opfergaben an verschiedenen Punkten der Insel abgelegt.

Viele dieser Objekte sind kunstvoll ausgearbeitet und zeugen aufgrund ihrer entfernten Herkunftsorte vom intensiven Austausch zwischen der japanischen Inselgruppe, der koreanischen Halbinsel und dem asiatischen Kontinent. Als Teil des großen Heiligtums von Munakata wird die Insel Okinoshima bis heute als heilig angesehen.

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Tempelanlage von Sambor Prei Kuk, Archäologische Stätte des alten Ishanapura (Kambodscha)

Tempelanlage von Sambor Prei Kuk, Archäologische Stätte des alten Ishanapura (Kambodscha)
© So Sokun Theary


Die Tempelanlage von Sambor Prei Kuk ist das Kernstück der ehemaligen Hauptstadt Ishanapura des Königreiches von Chenla im heutigen Kambodscha, dessen Blütezeit zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert liegt. Der Tempelkomplex besteht aus drei Hauptanlagen mit je einem zentralen Turm und einer erhöhten Plattform umgeben von kleineren Türmen und weiteren Strukturen.

Die Ikonographie der Anlage stellt eine eigene Stilrichtung dar und ist der früheste Beleg eines eigenen Khmer-Stils. Einige Elemente der Tempelanlage sind Meisterwerke der Khmer-Kunst. Spätere Elemente aus dem 8. Jahrhundert zeugen zudem von der Übergangsphase künstlerischer Ausdrucksformen hin zum Stil des Khmer-Reiches von Angkor.

Unser Reisetipp für Kambodscha:

Sambor Prei Kuk können Sie im Rahmen unserer ausführlichen Rundreise Glanzlichter Kambodschas besuchen.

Übersicht aller Welterbestätten der UNESCO

Interessieren Sie sich auch für die anderen beeindruckenden Welterbestätten? Auf der Webseite der Deutschen UNESCO-Kommission finden Sie alle bisherigen und neuen Welterbestätten zum Nachlesen.

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Susanne Krebs

Ich schreibe als freie Autorin für den EAST ASIA TOURS Blog. Die asiatische Kultur und Küche begeistern mich schon seit vielen Jahren. Der perfekte Ort, um möglichst viele Facetten Asiens auf einmal zu erkunden, ist für mich Singapur. Hier schlendert man am Ufer der Marina Bay entlang und erlebt das moderne, perfekte Asien mit einer wunderschönen Skyline. Traditionell, bunt und laut ist es hingegen in China Town oder Little India, wo zahlreiche Köstlichkeiten darauf warten, probiert zu werden.

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