Ein Blick in asiatische Kochtöpfe: Die indische Küche

Indischer Markt

Die asiatische Küche ist exotisch, vielfältig und vor allem köstlich! In unserer Reihe „Ein Blick in asiatische Kochtöpfe“ stellen wir Ihnen regelmäßig Nahrungsmittel, Essgewohnheiten und Rezepte verschiedener asiatischer Länder vor. Heute entführen wir Sie in die kulinarische Welt Indiens: ein Fest für alle Sinne.

Schuld daran sind zahlreiche Gewürze, die jedem Gericht ihre eigne Note verpassen. Von A wie Amchoor, einem Pulver aus getrockneten Mangos, bis Z wie Zimt sind diverse Nuancen vertreten.

Indische Gewürze

Indien ist ein großes Land mit unterschiedlichen Klimazonen, Vegetationen und Ethnien. Dementsprechend variieren auch die Zutaten, die Zubereitung sowie die Essgewohnheiten. Begeben wir uns also auf eine schmackhafte Reise durch den asiatischen Subkontinent!

Nordindien: Der Orient lässt grüßen

In der nordindischen Küche ist der geschichtlich-kulturelle Einfluss des Orients erkennbar.

Viele Milchprodukte wie der frischkäseähnliche Panir, Nüsse und Rosinen verbreiten einen Hauch von 1001 Nacht. Zum Würzen greift man im Norden gerne auf Kreuzkümmel und Safran zurück.

Hier liegt auch Indiens größtes Weizenanbaugebiet und Fladenbrote sind beliebte Beilagen. „Naan“ ist der Klassiker unter ihnen. Der flache Sauerteig-Fladen wird über offener Glut gebacken und erhält dadurch den typischen, leicht rauchigen Geschmack.

Und noch eine weitere Spezialität stammt traditionell aus dem Norden Indiens: „Samosas“. Die dreieckigen Teigtaschen werden mit unterschiedlichsten Zutaten gefüllt und vielfach von Garküchen zum Verkauf angeboten. Sie eignen sich wunderbar als kleiner Snack für Zwischendurch.

Samosas

Das wohl bekannteste nordindische Gericht ist das „Tandoori-Hühnchen“. Die Hähnchenstücke werden mit Joghurt und einer Gewürzmischung aus Chili, Kreuzkümmel, Zwiebeln, Ingwer, Salz und Zitronensaft mariniert. Dadurch erhält das Tanduri-Hühnchen seine markante rote Farbe. Anschließend wird das Geflügel in einem Tandoor, einem traditionell indischen Tonofen, gebacken.

Ostindien: Die „Zuckerfabrik“ des Landes

In Ostindien kommen Naschkatzen voll auf ihre Kosten, denn viele indische Süßspeisen und Süßigkeiten sind hier beheimatet.

„Khir“ beispielsweise ist ein Reispudding garniert mit Kardamom, Muskat oder Nelken. „Gulab Jamun“ hingegen sind frittierte Teigbällchen aus eingekochter Milch, die mit reichlich aromatisiertem Sirup verzehrt werden und die auf keiner indischen Hochzeit fehlen dürfen!

Gulab Jamun

Hauptgerichte werden in Ostindien auch eher „mild“ gewürzt und Kreuzkümmel, Senföl oder Fenchelsamen der scharfen Chili vorgezogen.

Südindien: Dort, wo der Pfeffer wächst

Südindien liegt in der subtropischen Klimazone, daher sind frisches Obst und fruchtige Gewürze fester Bestandteil der regionalen Küche. Die Kokosnuss etwa, auch in Form von Kokosmilch und Kokosöl, steht ganz oben auf der Zutatenliste. Ebenso Ingwer, der Gerichten eine frische Note verleiht. Für den nötigen Hauch Schärfe sorgt seit jeher Pfeffer, der – ja, tatsächlich – genau hier wächst.

Indischer Markt Obst

Das berühmte indische Curry („Kari“) stammt übrigens auch aus dem Süden. Das stark gewürzte Eintopfgericht hat allerding nichts mit dem gelben Currypulver gemein, das wir aus dem Supermarkt kennen. Das suchen Sie in Indien höchstwahrscheinlich vergebens, denn es wird nur für den Export hergestellt.

Westindien: Kulinarischer Schmelztiegel

Westindien hat eine sehr heterogene Bevölkerungsstruktur. Lange bevor die Briten an der Westküste eintrafen, landeten hier schon portugiesische Eroberer. Dementsprechend variantenreich ist die Küche dieser Region.

Indische Küche

Man nehme zum Beispiel „Vindaloo“. Die Grundidee, Fleisch mit Wein, Knoblauch und Zwiebeln zu marinieren, erscheint fast europäisch. Die Vielzahl an Gewürzen, vor allem reichlich Pfeffer und Chili („Vindaloo“ ist eines der schärfsten Gerichte Indiens), dann wieder typisch indisch.

Die Kolonialherrscher brachten westliche Nahrungsmittel wie Kartoffeln oder Tomaten nach Indien. Umgekehrt kam die indische Küche nach Europa – und entwickelte sich dort eigenständig weiter.

Das berühmte „Chicken Tikka Masala“ ist so ein Fall. Niemand weiß genau, wie es entstand, aber man erzählt sich, dass das Tandoori-Hühnchen eines indischen Restaurants in Großbritannien den Briten zu trocken gewesen sei – so ganz ohne ihre geliebte „gravy“ (Fleischsoße). Der Koch mischte kurzerhand eine gut gewürzte Tomatensauce an und gab sie über das Fleisch. Die Geburtsstunde eines Nationalgerichts, das in Indien selbst allerdings niemand kennt.

Die indische Küche ist in all ihrer Vielfältigkeit und Intensität natürlich nur ein Grund, dieses faszinierende Land einmal zu besuchen. Aber sie ist wohl der schmackhafteste!

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Susanne Krebs

Ich schreibe als freie Autorin für den EAST ASIA TOURS Blog. Die asiatische Kultur und Küche begeistern mich schon seit vielen Jahren. Der perfekte Ort, um möglichst viele Facetten Asiens auf einmal zu erkunden, ist für mich Singapur. Hier schlendert man am Ufer der Marina Bay entlang und erlebt das moderne, perfekte Asien mit einer wunderschönen Skyline. Traditionell, bunt und laut ist es hingegen in China Town oder Little India, wo zahlreiche Köstlichkeiten darauf warten, probiert zu werden.

Kommentare

  1. Hui, ich wüsste nicht ob ich da alles essen würde. Obwohl man bei einer Vietnam Rundreise sicherlich auch viele spannende Rezepte kennenlernen kann 🙂

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