Das Regenbogendorf Kampung Pelangi in Indonesien

Regenbogendorf Kampung Pelangi

Es gibt viele Orte auf dieser Welt, die von Natur aus farbenfroh sind. Denken wir an die immergrünen Mangroven in Malaysia, das intensiv-rote Herbstlaub in Japan oder das türkisblaue Wasser der Traumstrände Südostasiens. Andere Orte hingegen brauchen vielleicht ein wenig Hilfe, um solche Farbakzente setzen zu können.

So geschehen in Indonesien. Die Regierung hat umgerechnet rund 20.000 Euro in die Hand genommen und einem Armenviertel in Semarang auf Java einen neuen Anstrich verpasst. Wortwörtlich.

Am anderen Ende des Regenbogens

Kampung Pelangi heißt eigentlich Gunung Brintik. Der neu geschaffene Beiname bedeutet übersetzt Regenbogendorf – und dieser Name ist Programm.

Über 200 Häuser, deren Treppen, Dächer, Wände und Geländer wurden innerhalb eines Monats in Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett gestrichen.

Ob Punkte, Streifen, geometrische Formen, abstrakte Muster oder ausgefallene Motive – der Fantasie der Künstler wurden wahrlich keine Grenzen gesetzt. Die einzige Regel lautete: Jedes Haus muss in mindestens drei Farben des Regenbogens erstrahlen.

Kunterbunter Imagewandel

Ziel der bunten Aktion war es, Kampung Pelangi zum farbenfrohsten Ort Indonesiens zu machen, neue Besucher anzulocken und dadurch dem kleinen Viertel durch Souvenirverkäufen, Streetfood, Stadtführungen und Übernachtungsmöglichkeiten wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen.

Und es sieht so aus, als wäre es dieser Plan aufgegangen. Kampung Pelangi wurde binnen kurzer Zeit zum absoluten Internet-Phänomen.

Auf Instagram beispielsweise existieren seit März 2017 tausende Fotos unter dem Hashtag #kampungpelangi. Die örtlichen Motive sind aber auch zu verlockend, um kein ausgefallenes Porträt zu schießen!

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Hoffnung für die Zukunft

Für die Bewohner des Armenviertels ist diese Entwicklung ein erster Schritt in eine bessere Zukunft – hoffentlich mit nachhaltig positiven Effekten.

Immerhin, so hat es die indonesische Regierung angekündigt, soll auf die ausgefallene oberirdische Sanierung auch noch eine dringend benötigte Sanierung des unterirdischen Abwassersystems folgen.

Auch wenn wir die natürliche Farbenvielfalt Asiens bevorzugen, so können wir nicht verleugnen, dass dieses Projekt und dieser Ort wirklich außergewöhnlich sind.

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Susanne Krebs

Ich schreibe als freie Autorin für den EAST ASIA TOURS Blog. Die asiatische Kultur und Küche begeistern mich schon seit vielen Jahren. Der perfekte Ort, um möglichst viele Facetten Asiens auf einmal zu erkunden, ist für mich Singapur. Hier schlendert man am Ufer der Marina Bay entlang und erlebt das moderne, perfekte Asien mit einer wunderschönen Skyline. Traditionell, bunt und laut ist es hingegen in China Town oder Little India, wo zahlreiche Köstlichkeiten darauf warten, probiert zu werden.

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