Taiwan: Stadt, Land, See (Teil 1)

Taipei

Ilha Formosa, Tigerstaat, „China light“ – die Insel Taiwan trägt viele Beinamen und allein das ist ein erstes Indiz ihrer Vielfältigkeit.

Ilha Formosa bedeutet „Schöne Insel“. Der Beiname geht auf portugiesische Seefahrer zurück, die Taiwan im 16. Jahrhundert entdeckten und von der Landschaft und Vegetation verzaubert waren.

Den Beinamen Tigerstaat prägte die Weltwirtschaft, als Taiwan in den 1980er Jahren den enorm schnellen Sprung vom Schwellen- zum Industrieland schaffte (zeitgleich mit Südkorea, Singapur und Hongkong). Moderne Bankenviertel und internationale Niederlassungen gehören ebenso zu Taiwan wie einsame Bergdörfer und unberührte Natur.

Der Beiname „China light“ wird vornehmlich von westlichen Touristen verwendet, die Taiwan aufgrund seiner chinesischen Kultur, Architektur und Kulinarik schätzen, sich aber deutlich rascher und leichter zurechtfinden können als auf dem Festland.

Die Vielfältigkeit Taiwans kennt trotz der geringen Größe der Insel keine Grenzen. Die pulsierende Stadt Taipei (oft auch Taipeh) liegt im subtropischen Norden der Insel und zieht regelmäßig viele Besucher an. Den Gegenpol zu dem „Erlebnis Metropole“ bilden die landschaftlichen Höhepunkte wie unberührte Bergseen, tiefe Schluchten, heiße Quellen und tropische Strände…

Doch bevor wir die Natur auf uns wirken lassen, möchten wir Ihnen in Teil 1 unserer Taiwan-Reihe die Hauptstadt der Insel mit all ihren quirligen Straßen, dampfenden Garküchen und geschäftigen Menschen vorstellen.

Plötzlich Hauptstadt

Im Vergleich mit anderen asiatischen Metropolen wirkt Taipei mit seinen 2,6 Millionen Einwohnern fast wie ein Dorf. Trotz des typisch asiatischen Trubels, der natürlich auch hier nicht fehlen darf, könnte man die Stadt beinahe kompakt und überschaubar nennen.

In der Tat war Taipei noch vor 100 Jahren eine eher unbedeutende Kleinstadt, die im Schatten der weitaus größeren Städte Tainan und Taichung ihr Dasein fristete. Nach Ausrufung der Volksrepublik China durch Mao Zedong, zog sich die vormalige Regierung nach Taipei ins Exil zurück. Und mit ihr verschwanden unzählige Kunstschätze, die heute alle im 1965 eröffneten Nationalen Palastmuseum besichtigt werden können. Das Museum beherbergt die größte Sammlung chinesischer Kunst und Kultur weltweit.

Nationales Palastmuseum, Bildnachweis: Brady Montz

Mit unserer Taipei City Tour können Sie sich unter anderem die rund 700.000 Exponate der Ausstellung – oder was davon in einem Besuch realistisch zu bewältigen ist – ansehen.

Eine Stadt, zwei Welten

Vergangenheit und Gegenwart. Tradition und Moderne. Taipei spannt diesen Bogen im Handumdrehen. Das perfekte Kontrastprogram zum geschichtsträchtigen Museum ist der Taipei 101. Zur Einweihung im Jahr 2004 war das Gebäude mit 508 Metern der höchste Wolkenkratzer der Welt (inzwischen u.a. abgelöst durch den Burj Khalifa in Dubai).

Skyline Taipei, Bildnachweis: David Hsieh

Ziemlich rekordverdächtig ist allerding nach wie vor die Geschwindigkeit des Fahrstuhls. Er bringt sie mit fast 17 Metern pro Sekunde in den 89. Stock und damit auf die Besucherplattform, die einen sagenhaften Ausblick über das gesamte Stadtgebiet bietet. Insgesamt hat der Taipei 101 übrigens – der Name lässt es vermuten – 101 Stockwerke.

Blick von Taipei 101 bei Nacht

Im Erdgeschoss finden Sie eine riesige Shopping Mall. Taiwanesen lieben ausdrucksstarke Farben. In Taipei ist alles grundsätzlich bunt. Die Leuchtreklamen hier und in modernen Einkaufsstraßen blinken wie verrückt und selbst die Tempel versprühen eher Jahrmarktsatmosphäre denn stille Andacht.

Wenn Sie dennoch einen traditionelleren und eher ruhigeren Einkaufsbummel vorziehen, sollten Sie durch die Dihua-Straße schlendern. Die Einkaufsstraße in der Altstadt Taipeis ist über 150 Jahre alt und früher der wichtigste Warenumschlagsplatz der Stadt. Heute reihen sich hier kleine Läden aneinander, die traditionelles Kunsthandwerk wie Bambusartikel, Reismühlen, Teekannen, Weihrauchstäbchen oder wunderschön gefertigte Laternen anbieten.

Dihua Street, Bildnachweis: Kabacchi

Die Nacht wird zum Tag

Mit Einbruch der Dämmerung wird ein Besuch auf einem der zahlreichen Nachtmärkte quasi zur Pflicht. Auf dem Shilin-Nachtmarkt, einem der größten ganz Taiwans, pulsiert zu später Stunde das volle Leben. Hier gibt es nichts was es nicht gibt! Kleidung, Spielzeug, Kosmetika, Tee… Vor allem aber die unzähligen kulinarischen Köstlichkeiten der taiwanesischen Garküchen, die Sie schon beim Betreten des Nacht-Marktes mit ihrem Duft verführen, dürfen Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Nachtmarkt

Die berühmte Snake Alley ist eine weitere Attraktion, die bei Nacht Besucher wie magisch anzieht. Hier reihen sich hervorragende Restaurants, Geschäfte und Massagesalons aneinander. Die Straße erhielt ihren Spitznamen übrigens, weil hier, neben anderen exotischen Snacks, viele „Schlangen-Delikatessen“ angeboten werden.

Dorthin und zu vielen weiteren nächtlichen Attraktionen begleiten wir Sie auf unserer Tour Taipei bei Nacht, die mit einem köstlichen BBQ beginnt und erst zu später Stunde endet.

Nach ein paar Tagen in Taipei sind Ruhe und Natur genau das Richtige. Landschaftliche Höhepunkte verraten wir Ihnen in „Taiwan – Stadt, Land, See (Teil 2). Über weitere Reisen in Taiwan können Sie sich schon jetzt HIER informieren.

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Ines Schröder

Während meiner ersten Inforeise nach Taiwan packte schließlich auch mich das Asienfieber. Taiwan hat mich mit seiner kulturellen Vielfalt, den kulinarischen Köstlichkeiten und mit seiner Gastfreundschaft sofort in den Bann gezogen. In der Zwischenzeit habe ich bereits die Tempel von Angkor in Kambodscha erkundet und die Wüstenstadt Dubai kennengelernt. Weitere Reisen auf den asiatischen Kontinent folgen sicher bald.

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