Hongkong: Sehenswürdigkeiten im etwas anderen China

The Peak Hongkong Aussicht

Wenn man in Hongkong ist, fühlt man sich auf der einen Seite schon so, als sei man mitten in China – und andererseits auch wieder gar nicht. Ungefähr so wie New York nicht der Inbegriff der Vereinigten Staaten ist oder man mit Argentinien nicht gleich ganz Südamerika kennen lernt.

Hongkong ist seit 1997 eine sogenannte Sonderverwaltungszone. Es verfügt über ein hohes Maß an innerer Autonomie und über ein eigenes (markt-)wirtschaftliches System. Zuvor war Hongkong rund 150 Jahre Kronkolonie des Vereinigten Königreiches und dieser westliche Einfluss ist in der Metropole auch heute – gut 20 Jahre später – immer noch deutlich spürbar. Doppeldeckerbusse und Pferderennen sind allgegenwärtig; ebenso aber geschäftige Nachtmärkte und frisch zubereitete Dim Sum. Hongkong ist eben ein etwas anderes China und genau das macht die Millionenmetropole so besonders.

Fantastische Ausblicke und quirlige Ruhe

Der Victoria Peak ist der bekannteste Berg Hongkongs, der höchste Punkt auf Hongkong Island und ein Muss für jeden Besucher der Metropole! Am schönsten erreicht man den Gipfel des Hausbergs mit der Schweizer Standseilbahn, der Peak Tram. Die gibt es übrigens schon seit 1888! Die Warteschlange für die Tram mag mitunter schon mal etwas länger sein. Wer also eine (auch günstigere) Alternative sucht, um auf den Gipfel zu gelangen, für den ist der Bus mit der Nummer 15 genau das Richtige. Zwar dauert die Fahrt mit dem Bus mitunter schon mal rund eine Stunde, dafür ist es ein ganz authentisches Erlebnis.

The Peak Hongkong Aussicht

The Peak Hongkong Aussicht

Die Aussicht auf die Millionenmetropole vom Victoria Peak ist – sofern das Wetter mitspielt – einfach grandios! Man blickt über das Häusermeer von Hongkong Island, den geschäftigen Hafen, die Halbinsel Kowloon und das grüne, hügelige Hinterland.

Wer hier oben übrigens einen ruhigen Berggipfel erwartet, der wird schnell eines Besseren belehrt – und ein besonders quirliges Gebäude entdecken. Der 1997 eingeweihte Peak Tower ist ein modernes Gebäude aus Edelstahl und Glas, das wie eine Opferschale in den Himmel ragt. Hier gibt es Restaurants, Aussichtsterrassen, Kinos und viele weitere Freizeitattraktionen. Das Einkaufszentrum „The Peak Galleria“ wartet direkt gegenüber auf einen Besuch.

Peak Tower

Und dennoch: der traumhafte Ausblick vom Victoria Peak lässt einen trotz all der Hektik Hongkongs auf magische Weise zur Ruhe kommen! Kein Wunder also, dass sich hier oben nicht nur Hongkongs High Society niedergelassen hat, sondern tagtäglich viele Besucher auf den Gipfel pilgern.

Unser Tipp: Nehmen Sie sich die etwa 1,5 Stunden Zeit für eine kleine Rundwanderung auf dem Victoria Peak Trail (oft auch als „Peak Circle Walk“ bezeichnet), der wenige Schritte vom Peak Tower entfernt beginnt und endet. Hektik und Betriebsamkeit der Metropole liegen dann schnell hinter Ihnen, es öffnen sich immer neue Ausblicke auf die Stadt und das Meer und Sie sehen einige der weltweit teuersten Grundstücke und Villen bzw. zumindest deren gut gesicherte Einfahrten.

Hongkong Peak Trail

Unendliche Rolltreppen und tropische Pausen

Es gibt eine Rolltreppe in Hongkong, die gefühlt niemals enden will. Na gut, in Wirklichkeit sind es 20 hintereinander gestaffelte Einzelrolltreppen und drei Förderbänder, aber der Eindruck bleibt der gleiche. Die „Mid-Levels Escalators“ an der Queens Road im Central District sind überdacht und führen durch typische Wohnviertel ungefähr bis auf die halbe Höhe des Victoria Peak.

Blickt man sich während der „Fahrt“ um, so entdeckt man viele Restaurants, Nagelstudios und andere kleine, kuriose Läden. Zwischendurch kann man „aussteigen“, die Gegend erkunden, eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen und an gleicher oder anderer Stelle bequem wieder „einsteigen“.

Familie auf den Straßen von Hongkong

Zugegeben, das ist alles ein wenig skurril und technokratisch, aber wer bis ganz nach oben durchfährt und dann noch ein kleines Stück Wegstrecke zu Fuß zurücklegt (das kann nach so viel Luxus dann durchaus ungewohnt sein), der wird mit dem kostenlosen zoologisch-botanischen Garten belohnt.

In der 1871 gegründeten Oase inmitten der Stadt kann tropische Flora und Fauna bestaunt werden und unter Palmen und Bananenstauden eine kleine, entspannte Pause eingelegt werden. Praktisch, so ein echter Dschungel inmitten des Großstadtdschungels!

Dunstiger Weihrauch und frische Hafenluft

Man Mo Tempel

Wie überall in Asien mangelt es auch in Hongkong nicht an Tempeln. Der daoistische Man Mo Tempel ist einer der ältesten der Stadt und eine ganz besondere Empfehlung.

Inmitten der Hochhäuser auf der Hollywood Road wirkt er von außen klein und unscheinbar. Das Innere des Tempels ist dafür aber umso spektakulärer!

Schon wenige Schritte nach Betreten des Tempels wird man von intensivem Weihrauchduft umhüllt. Dafür sind die unzähligen, großen Weihrauchspiralen an der Decke verantwortlich, die dafür sorgen sollen, dass der Weihrauch die Gebete der Tempelbesucher zum Himmel trägt.

Bei so viel Weihrauch muss das wohl gelingen!

Man Mo Tempel

Unweit des Tempels befindet sich der Star Ferry Pier. Von hier aus kann man mit der Star Ferry nach Kowloon in den berühmten Victoria Harbour übersetzen. Die weiß-grünen Doppeldeckerfähren tuckern seit mehr als 100 Jahren durch den Hafen und bieten einen tollen und wiederum ganz eigenen Ausblick auf die Metropole. Sozusagen von unten, vom Meeresspiegel aus, nach oben. Außerdem kann man sich bei einer Überfahrt die Seeluft ganz wunderbar um die Nase wehen lassen; ein toller Kontrast zum dunstigen Weihrauch des Tempels zuvor.

Star Ferry

Asiatische Filmstars und spektakuläre Illuminationen

Ein Spaziergang auf der Uferpromenade von Kowloon (Kowloon Waterfront) ist natürlich obligatorisch, wenn man Hongkong besucht. Hier bietet sich nicht nur ein toller Blick auf die Skyline von Hongkong Island mit ihren vielen, modernen Hochhäusern. Man kann außerdem zahlreichen asiatischen Filmstars begegnen. Zugegeben, man begegnet ihnen nur in Form von Skulpturen oder Handabdrücken auf der „Avenue of Stars“. Doch dieser asiatische „Walk of Fame“ ist insofern ziemlich beeindruckend, als man einen tollen Eindruck davon bekommt, dass sich die asiatische Filmindustrie mit ihren Stars wie Bruce Lee oder Jackie Chan keinesfalls hinter Hollywood verstecken muss.

Aktueller Hinweis: Wegen Renovierungs- und Wartungsarbeiten ist die „Avenue of Stars“ bis Ende 2018 geschlossen. Eine Auswahl bedeutender Stars wird aber zwischenzeitlich im „Garden of Stars“ und der „Starry Gallery“ unweit des Victoria Harbour ausgestellt.

Symphony of Lights

Abends, wenn es dunkel wird, wartet das nächste Highlight auf die Besucher der Uferpromenade. Die spektakuläre, rund zehnminütige Licht- und Klangshow „A Symphony of Lights“ setzt jeden Abend mehr als 40 Gebäude auf beiden Seiten des Hafens gekonnt in Szene.

Die Lichtinstallation sowie die passende Musikauswahl sollen den Charakter Hongkongs widerspiegeln: kraftvoll, lebendig und vielfältig.

Kontraste in Hongkong

Überzeugen Sie sich selbst vom kraftvollen, lebendigen und vielfältigen Hongkong. Hier finden Sie einen Überblick unseres gesamten Hongkong-Programms, das Ihnen diese einzigartige Stadt und die hier beschriebenen und viele weitere Sehenswürdigkeiten näherbringt. Hongkong ist außerdem ein wunderbarer Auftakt oder Endpunkt für Ihre Chinareise. Die Mischung aus westlichen und chinesischen Einflüssen wirkt wie ein sanfter Übergang in das Reich der Mitte, das mit unzähligen anderen Höhepunkten darauf wartet, von Ihnen entdeckt zu werden.

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Jörg Günther

Für EAST ASIA TOURS bin ich oft in Thailand, Malaysia, Singapur und auf den Philippinen unterwegs. Als gelernter Sinologe erinnere ich mich auch noch immer besonders gern an meine ersten Reisen mit EAT-Kleingruppen nach China, Tibet und Hongkong zu Beginn der 1990-er Jahre. Der Blick von der Sky Bar des Lebua auf Bangkok, die Abenddämmerung an der Shwedagon-Pagode Yangons, Borneo-Zwergelefanten am Ufer des Kinabatangan und Schnorcheln im El-Nido-Archipel sind andere unvergessliche Reiseerinnerungen.

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