Ein Blick in asiatische Kochtöpfe: Die Vietnamesische Küche

Salat

Die asiatische Küche ist exotisch, vielfältig und vor allem köstlich! In unserer Reihe „Ein Blick in asiatische Kochtöpfe“ stellen wir Ihnen regelmäßig Nahrungsmittel, Essgewohnheiten und Rezepte verschiedener asiatischer Länder vor. Heute entführen wir Sie in die kulinarische Welt Vietnams: natürlich, abwechslungsreich, leicht.

Die traditionelle vietnamesische Küche zählt über 500 verschiedene Gerichte. Allein das zeigt schon, dass Essen in diesem Land eine sehr wichtige Rolle spielt. Vietnamesen essen meist in großer Gesellschaft. Die einzelnen Gerichte werden auf großen Platten serviert. Jeder Gast kann seine Schüssel dann nach Belieben befüllen. Als Zeichen von Respekt essen die Tischälteren oftmals vor den Jüngeren der Runde.

Vietnams Grundnahrungsmittel sind Reis und die aus Reis hergestellten Reisnudeln. Dazu gesellen sich frisches Gemüse und eine Varietät an Kräutern und Gewürzen. Fisch und Fleisch sind ebenfalls Bestandteil vieler vietnamesischer Gerichte. Grundsätzlich gibt es in Vietnam keine Speisetabus. So werden die ein oder anderen Gerichte auch mit exotischen Tieren oder gar Insekten zubereitet. Das ist allerdings eher die Ausnahme!

Reisnudelsuppe Pho, Sommerrollen, Salat

Die meisten Gerichte werden auf offenem Feuer, sprich sehr heiß, und sehr kurz angebraten. Die Zutaten bleiben frisch und „knackig“; vor allem dem Gemüse bleiben viele wichtige Nährstoffe erhalten. Unter anderem deswegen zählt die vietnamesische Küche zu den gesündesten der Welt.

Der Jahrtausendalte Klassiker: Die Fischsauce Nuoc mam

Die traditionelle vietnamesische Fischsauce darf bei keinem Essen fehlen. Die Würzsauce aus fermentiertem Fisch (meist Sardellen), Salz und Wasser gilt als eine der ältesten Würzsaucen überhaupt. Man munkelt, dass die Fischsauce ursprünglich sogar aus Vietnam stammt, auch wenn sie heute in vielen südostasiatischen Ländern zum Würzen verwendet wird.

Das Besondere: Nuoc mam verstärkt den Geschmack eines Gerichtes ohne dabei einen typischen Fischgeschmack zu hinterlassen. Meist wird zur Fischsauce noch Zitronensaft, Essig, Chili oder Knoblauch hinzugegeben, um das Aroma zu verfeinern.

Koloniale Kulinarik: Französische Baguettes

Die französische Kolonialherrschaft (1858 – 1954) hinterließ kulinarische Spuren, die bis heute in der vietnamesischen Küche zu finden sind. Das Baguette oder banh mi ist das beliebteste kulinarische Erbe und wird oftmals gemeinsam mit Reis zu Speisen gereicht.

Landestypisch sind knusprige französische Baguettes gefüllt mit Pâté, Mayonnaise, eingelegtem Gemüse und scharfen Chilis. Sie schmecken köstlich und eigenen sich perfekt für den kleinen Hunger zwischendurch.

Kaffee oder Tee? Beides!

Grünen Tee gibt es in Vietnam überall und unbegrenzt. In Restaurants wird er in der Regel gratis serviert. Aufgrund des vorherrschenden Klimas trinkt man ihn meist gekühlt. Schwarzer Tee, vor allem Jasmintee, ist ebenfalls weit verbreitet.

Und obwohl man Asien eigentlich ausschließlich mit Tee verbindet, spielt der Kaffee in Vietnam ebenfalls eine große Rolle. Immerhin ist das Land nach Brasilien zweitgrößter Kaffeeproduzent der Welt. Zubereitet wird vietnamesischer Kaffee nach alter französischer Methode per Metallfilter. Das Ergebnis: starker und kräftiger Kaffee, der meist mit süßer, dicker Kondensmilch serviert wird. Aber im Grunde müssen Sie sich gar nicht zwischen Kaffe und Tee entscheiden. Da es grünen Tee wirklich immer und überall gibt, wird er traditionell auch zum Kaffee serviert.

Wer sich weder mit Kaffee noch mit Tee anfreunden kann, auf den warten die leckere frische Kokosmilch nuoc dua und tropische Fruchtsäfte sinh to.

Lassen Sie sich überraschen: Der Nachtisch

Vietnamesische Küchlein

 

Wer bei vietnamesischem Nachtisch an eine klassische Süßspeise denkt, erlebt mitunter eine Riesenüberraschung.

Banh deo sind Klebreiskuchen, die mit Früchten und Sesam gefüllt und anschließend in Zuckerwasser getränkt werden. Zugegeben, das hört sich noch nach Süßspeise an.

Banh bao sind ebenfalls kleine Kuchen, die allerdings mit gezuckertem (!) Fleisch und Gemüse gefüllt sind. Dafür ist gesalzenes (!) Obst auch keine Seltenheit. So entsteht unserem europäischen Empfinden nach immerhin wieder etwas ausgleichende Gerechtigkeit.

 

 

Unser Lieblingsrezept: Reisnudelsuppe Pho

Diese würzige Suppe isst man in Vietnam praktisch immer. Zum Frühstück oder Abendessen, zuhause oder an einer der zahlreichen Garküchen in der Stadt. Pho bo mit Rindfleisch oder pho ga mit Hühnerfleisch schmeckt nicht nur lecker, sie ist aufgrund der vielen frischen Zutaten auch noch außerordentlich gesund.

Reisnudelsuppe Pho

Probieren Sie selbst:

1kg Rinderknochen
500g Rinderbrust
2 daumengroße Stücke Ingwer
1 große Zwiebel
1 Kapsel Kardamom
1 Sternanis
1 Zimtstange
Salz
Schwarzer Pfeffer
Zucker
Fischsauce
200g Rinderfilet
250g Reisbandnudeln
1 Bund Koriander
½ Bund Minze
½ Bund Thai Basilikum
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Limette
1-2 Chilis

Die Knochen und die Rinderbrust gründlich waschen. Anschließend in einen großen Topf geben und mit ca. 6 Litern Wasser zum Kochen bringen.

Ingwer und Zwiebel schälen und im Ganzen in einer Pfanne ohne Fett oder über einer Gasflamme anrösten. Anschließend in die Brühe geben.

Alles bei mittlerer Hitze 2 Stunden köcheln lassen. Anschließend Kardamom, Sternanis und Zimt dazugeben. Eine weitere Stunde köcheln lassen. Zwischendurch mit Salz, Pfeffer, Zucker und Fischsauce würzen.

Knochen, Fleisch und Gemüse herausnehmen. Suppenfleisch lösen, in eine Schale mit kaltem Wasser legen und zur Seite stellen. Die Brühe abschmecken und ggf. nochmals nachwürzen.

Das Rinderfilet in feine Streifen schneiden. Die Reisnudeln nach Packungsanleitung zubereiten. Koriander, Minze und Thai Basilikum hacken. Lauchzwiebeln und Chilis in Ringe schneiden. Limette heiß waschen und achteln.

Anrichten: Reisbandnudeln und Suppenfleisch in eine große Schüssel geben. Kräuter und Frühlingszwiebeln darauf verteilen. Rohe Rinderfiletscheiben hinzugeben und alles mit der nochmals aufgekochten Brühe übergießen. Das Rinderfilet gart in der Suppe und wird so schön zart. Mit Limetten und Chilis garnieren.

Wir wünschen Guten Appetit und falls Ihnen jetzt das Wasser im Mund zusammenläuft, finden Sie HIER eine Übersicht unserer Vietnam Reisen. Da kommen Sie sicher auf den Geschmack!

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Susanne Krebs

Ich schreibe als freie Autorin für den EAST ASIA TOURS Blog. Die asiatische Kultur und Küche begeistern mich schon seit vielen Jahren. Der perfekte Ort, um möglichst viele Facetten Asiens auf einmal zu erkunden, ist für mich Singapur. Hier schlendert man am Ufer der Marina Bay entlang und erlebt das moderne, perfekte Asien mit einer wunderschönen Skyline. Traditionell, bunt und laut ist es hingegen in China Town oder Little India, wo zahlreiche Köstlichkeiten darauf warten, probiert zu werden.

Comments

  1. Schmeckt sicher toll, aber übersteigt meine Kochkünste und mein Gewürzsortiment. Trotzdem, interessanter Beitrag

  2. Wolff Christine Says: August 12, 2015 at 5:49 pm

    Für wie viele Personen ist das denn gedacht?

    • Die Suppe ist für 4 bis 6 Personen gedacht. Alle Gewürze finden sich in der Regel in gut sortierten Supermärkten. Falls es dort kein Thai Basilikum geben sollte, kann man das in speziellen Asia Supermärkten erwerben. (Gibt man alle Zutaten nach und nach in den Topf, kocht sich die Suppe eigentlich von selbst. Es ist also gar nicht so schwer, wie es sich vielleicht anhörten mag.)

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