Ein Blick in asiatische Kochtöpfe: Die Thailändische Küche

Pad Thai

Die asiatische Küche ist exotisch, vielfältig und vor allem köstlich! In unserer neuen Reihe „Ein Blick in asiatische Kochtöpfe“ stellen wir Ihnen regelmäßig Nahrungsmittel, Essgewohnheiten und Rezepte verschiedener asiatischer Länder vor. Heute entführen wir Sie in die kulinarische Welt Thailands: exotisch, pikant, frisch und gesund.

Ob zuhause oder an einer der vielen Garküchen auf Thailands Straßen, Essen bedeutet Geselligkeit und kaum ein Thai isst allein. In thailändischen Familien wird sogar häufig ein zusätzliches Schälchen für verstorbene Familienmitglieder aufgedeckt.

Anders als bei uns in Europa gibt es in Thailand keine feste Menüfolge. Mit Ausnahme der Nachspeise werden alle Gänge gleichzeitig serviert. Die traditionelle Beilage eines jeden Essens ist Reis. Je nach Region handelt es sich dabei um weißen Klebreis, duftenden Jasminreis oder aromatischen Langkornreis.

Reissorten

Reis ist auch typischer Bestandteil thailändischer Nach- und Süßspeisen. Klassiker unter ihnen sind zum Beispiel süßer Reis mit gebratener Kokosnuss oder Klebreis mit fruchtiger Mango.

Frisches Obst

Generell hat frisches Obst einen hohen Stellenwert in Thailand. Ananas oder Papaya kennen wir auch in Deutschland (das Geschmackserlebnis vor Ort in Thailand ist dennoch ein ganz anderes!), andere Obstsorten wie etwa Drachenfrucht oder Durian sind hierzulande eher unbekannt.

Durian-Früchte

Die Durian-Frucht – oft auch despektierlich Stinkfrucht genannt – verbreitet einen sehr penetranten Geruch und wird daher von vielen Reisenden mit großem Argwohn betrachtet. Zu Unrecht, denn die vanillig-süßliche Frucht schmeckt viel besser als sie riecht. Versprochen!

Thai-Curry

Thai-Currys haben einen Siegeszug in der ganzen Welt angetreten. Wir behaupten trotzdem: Nur in Thailand selbst kann man den wunderbar exotischen Geschmack und die traditionelle Schärfe der Currys erfahren – oder besser gesagt erschmecken.

Wichtigster Bestandteil eines Currys ist die Chilipaste. Die gibt es in verschiedenen Farben. Die gelbe Chilipaste ist recht mild, die rote Chilipaste ist scharf und die grüne Chilipaste setzt schärfetechnisch noch einen obendrauf. Besonders beliebt unter Thais ist die rote Chilipaste, die also durchaus noch recht verträglich für unseren europäischen Gaumen ist.

Chillipaste

Würzbasis für die rote Chilipaste sind lange rote Chilis. Weitere Zutaten der Paste sind unter anderem Knoblauch, Zwiebeln, Koriander, Kreuzkümmel und Zitronengras. Zusammen mit frischem Gemüse und Fleisch oder Fisch wird die Paste kurz scharf angebraten und dann mit Kokosmilch abgelöscht. Fertig!

Thai Basilikum

Thai Basilikum hat geschmacklich rein gar nichts mit dem italienischen Nationalgewürz gemein. In der Thailändischen Küche unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Arten von Basilikum. Das scheint sich jedoch immer noch nicht ganz bis nach Deutschland herumgesprochen zu haben, denn oftmals kommt es in unserer eigenen Küche zu Geschmacksverirrungen, wenn die konkrete Thai Basilikumart im Rezept nicht ausdrücklich gekennzeichnet ist.

Das Thai Basilikum Bai Horapa schmeckt leicht süßlich nach Anis. Die Stängel dieses Thai Basilikums sind rötlich-violett und daher gut erkennbar. Das Horapa Basilikum wird zum Beispiel für rote und grüne Currypasten verwendet.

Das Thai Basilikum Bai Maenglak schmeckt aromatisch nach Zitrone. Es hat hellgrüne Blätter und wird oft auch als Zitronenbasilikum bezeichnet. In der Thailändischen Küche wird es gerne zum Würzen von Fisch und Suppen oder zur Erfrischung in Getränken verwendet.

Das Thai Basilikum Bai Krapao schmeckt nach Nelken und Piment. Es ist an seinen leicht gezähnten, robusten Blättern zu erkennen. Das Krapao Basilikum wird vorwiegend für Wokgerichte verwendet.

Märkte und Garküchen

Auf Thailands Straßen und Wasserstraßen gibt es zahlreiche Märkte und mobile Garküchen, viele davon von Touristen weitgehend unentdeckt. So etwa der Markt von Bang Nam Phueng, etwas außerhalb des Stadtzentrums von Bangkok.

Garküche

Mehr als 100 verschiedene Stände bieten hier neben frischen Gewürzen, Obst und Gemüse auch frisch zubereitete Gerichte zur Direktverkostung an, authentisch und preiswert.

Unser Tipp: Probieren Sie zum Beispiel „Seafood Bombs“, gebratenes Krabbenfleisch in frittiertem Teigmantel.

Das Essen der thailändischen Garküchen können Sie unbesorgt genießen, wenn Sie darauf achten, dass Fisch und Fleisch gekühlt gelagert werden.

Etwas touristischer aber nicht minder beeindruckend sind die „Schwimmenden Märkte“. Hier verkaufen Händler ihre Ware direkt von kleinen Booten an ihre Kollegen oder an Passanten an den Ufern der Kanäle. Kochbananen, Drachenfrüchte oder Chilis – die kleinen Boote sind stets voll beladen.

Schwimmender Markt

Ein weiteres absolutes Markthighlight Thailands ist der Maeklong Markt in Samut Songkhram, rund 80 Kilometer südwestlich von Bangkok. Mitten durch die engen Gassen, nur weinige Zentimeter von den Ständen entfernt, fährt acht Mal am Tag ein großer Personenzug.

Nachdem die Standbetreiber mit einer Glocke vor dem herannahenden Zug gewarnt werden, räumen sie innerhalb von gut eineinhalb Minuten ihre Auslagen beiseite, rollen die Sonnendächer ein und warten geduldig den vorbeifahrenden Zug ab bevor sie ihren Stand genauso schnell wieder in den Ausgangszustand versetzen.

Maeklong Markt Zugdurchfahrt

Rezept: Tom Kha Gai Suppe

Damit auch Sie ein Stück Thailand in Ihre heimische Küche zaubern können, stellen wir Ihnen zum Abschluss eines unserer Lieblingsrezepte vor, die berühmte Tom Kha Gai Suppe. Tom heißt auf thailändisch Suppe, Gai bedeutet Huhn und Kha heißt Galgant.

Tom Kha Gai

Galgant ist ein Verwandter des Ingwers und verleiht dieser Suppe ihre typisch fein säuerliche Note. Ersatzweise können Sie in der Zubereitung natürlich auch zu Ingwer greifen, dann servieren Sie allerdings eine Tom Khing Gai (Khing = Ingwer), die aber nicht minder gut schmeckt. Alle Zutaten und Hinweise zur Zubereitung für vier Personen:

60 g Galgant (erhältlich in jedem gut sortierten Asiamarkt, ersatzweise Ingwer)
3 Zitronengrasstangen
600 ml Hühnerfond
3 Kaffirlimettenblätter (Gewürz mit frischem Zitrusaroma, erhältlich in jedem gut sortierten Asiamarkt)
1 Bund frischer Koriander
400 g Hühnerbrustfilet
100 g Champignons
1 Tomate
2 EL Fischsauce
1 TL Palmzucker
1 TL Salz
2 EL Limettensaft
400 ml Kokosmilch
1–2 Chilis

Galgant schälen und in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit gestückeltem Zitronengras, Hühnerfond, Kaffirlimettenblättern und etwas Koriander in einen Topf geben und alles langsam aufkochen lassen.

Anschließend Hühnerfleisch und Champignons in Scheiben schneiden, Tomate würfeln und beides zusammen mit Fischsauce, Palmzucker, Salz und Limettensaft in den Topf hinzugeben. Drei Minuten zugedeckt köcheln lassen.

Abschließend Chilis in feine Streifen schneiden und zusammen mit der Kokosmilch hinzugeben. Unter ständigem Rühren fast bis zum Siedepunkt erhitzen lassen und dann vom Herd nehmen. Vor dem Servieren mit etwas Fischsauce abschmecken und mit den restlichen Korianderblättern garnieren.

(Hinweis: Galgant, Zitronengras, Kaffirlimettenblätter sind reine Würzzutaten und werden nicht mitgegessen.)


Haben Sie jetzt Fernweh auf der Zunge bekommen? HIER finden Sie eine Übersicht unserer Thailand Reisen. Auf jeder unserer Reisen können Sie den authentischen Geschmack der Thailändischen Küche persönlich kosten. Unser Reisebaustein „Königliche Juwelen Zentralthailands“ beispielsweise nimmt Sie mit auf den Mae Klong Eisenbahnmarkt. Guten Appetit und Gin Khao!

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Susanne Krebs

Ich schreibe als freie Autorin für den EAST ASIA TOURS Blog. Die asiatische Kultur und Küche begeistern mich schon seit vielen Jahren. Der perfekte Ort, um möglichst viele Facetten Asiens auf einmal zu erkunden, ist für mich Singapur. Hier schlendert man am Ufer der Marina Bay entlang und erlebt das moderne, perfekte Asien mit einer wunderschönen Skyline. Traditionell, bunt und laut ist es hingegen in China Town oder Little India, wo zahlreiche Köstlichkeiten darauf warten, probiert zu werden.

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