Am „Weißen Strand“ von Boracay

Sonnenuntergang Boracay

Nach unserer erlebnisreichen Rundreise durch die Berge Nordluzons sollte ich nun die Gelegenheit haben, mir endlich mein eigenes Bild von der bekanntesten Badeinsel der Philippinen zu machen. Also…

Auf nach Boracay!

Zunächst brauchen wir viel Geduld auf dem Flughafen von Manila. Das heute hier beginnende Gipfeltreffen der Pazifikanreiner-Staaten (APEC) und die daraus resultierenden Luftraumsperrungen haben den Flugplan im ganzen Inselreich komplett durcheinander gewirbelt. Aus unserer planmäßigen Abflugzeit 11:15 Uhr ist nach langen Diskussionen von Jörg am Schalter von Philippine Airlines 17:30 Uhr geworden. Tatsächlich abfliegen können wir dann nach 18:00 Uhr. Auf dem Hinweg nach Boracay haben wir uns für die Flugvariante über Kalibo entschieden, damit ich diese Option (mit größerem Fluggerät und höheren Freigepäckgrenzen) einmal selbst kennenlerne.

Anreise Flug Boracay

Auf den ersten Blick ist nach der Ankunft in Kalibo (Insel Panay) kein rechtes System bei der Betreuung der ankommenden Passagiere erkennbar. Geduld haben und nur nicht aufregen ist jetzt die richtige Option, denn schon bald lichtet sich das Chaos und wir landen fast automatisch am richtigen Transferschalter. Der Umstand, dass unsere Namen für den vorgebuchten Transfer jetzt trotz Flugchaos auf der Liste stehen, stärkt einmal mehr das Vertrauen in unsere Partneragentur. Beklebt mit den unvermeidlichen Stickern und ausgerüstet mit winzigen Gutscheinen für die Weiterreise ab Caticlan finden wir nun auch den richtigen Bus und die letzten freien Sitzplätze. Die jetzt folgenden knapp 2 Stunden Busfahrt bei Dunkelheit bieten nichts Aufregendes.

Am kleinen Passagierhafen von Caticlan angekommen, entscheidet die Farbe der Gutscheine nun darüber, wer noch 75 Pesos Umweltgebühr (Environmental & Admission Fee) und 100 Pesos Hafengebühr (Terminal Fee) zu entrichten hat und in wessen Transferpreis diese Kosten bereits inklusive sind. Noch einmal heißt es im Hafenterminal warten, bis wir zu den Booten für die kurze Überfahrt (etwa 15 Minuten) an die Südspitze Boracays gerufen werden. Dann – es ist inzwischen kurz nach 22:00 Uhr – sind wir endlich auf Boracay! Am Jetty von Cagban warten Kleinbusse. Pick-ups und die unvermeidlichen Tricycles (Motorradrikschas), um die Ankömmlinge auf die Hotels zu verteilen. Unser Fahrer traut dem schmalen Zufahrtsweg zu unserem noch ganz neuen Hotel offenbar nicht und lässt uns samt Gepäck an der Hauptstraße aussteigen. Es sind nur 200 Meter bis zum „Current by Astoria“, aber schon die machen deutlich, dass man besser mit leichtem Gepäck und in legerer Kleidung auf Boracay anreist!

Schon wenige Minuten nach dem Einchecken sitzen wir mit einem kühlen San Miguel Bier unter Palmen am berühmten White Beach Boracays. Sehen können wir vom Strand in der Dunkelheit nicht viel, aber die Wellen rauschen und aus der Bar des Dive Shops nebenan klingt dezente Live-Musik. Ich frage mich einmal mehr, ob eigentlich alle Philippinos so gute Sänger sind? Jetzt bescheint auch noch der Mond die Szenerie… und alle Strapazen der Anreise sind vergessen!

Frühstück mit Meerblick

Schon beim Frühstück mit Meerblick habe ich heute den Eindruck, dass es draußen „besonders hell“ sein muss.

Zum Glück habe ich eine Schwäche für Sonnenbrillen und also immer mindestens eine griffbereit! Nach nur ein paar Schritten am Strand ist klar, dass nicht fehlender Nachtschlaf für das gleißende Licht verantwortlich ist. Es ist vielmehr der Sand des White Beach, der dessen Namen alle Ehre macht und das Sonnenlicht reflektiert!

White Beach Boracay

Hier im Süden (Boat Station 3) strahlt der Strand in hellen Gelbtönen, ganz im Norden (Boat Station 1) erlebe ich erstmals selbst, was man unter richtigem „Puderzucker-Sand“ zu verstehen hat!

Wir sind froh, dass uns diesen Vormittag zum Faulenzen am Strand zur Verfügung steht. Die Boat Station 3 haben wir von unseren Strandliegen aus gut im Blick. Immer wieder marschieren – vornehmlich asiatische – Reisegruppen am Strand entlang zu den Auslegerbooten. Inselrundfahrten, Schnorcheltouren und am späten Nachmittag dann die berühmten „Sunset Cruises“ starten von dort.

Faulenzen amStrand Boracay

Auch unser Hotel, das im November 2015 noch gar nicht offiziell eröffnet ist, wird schon stark von chinesischen Gästen frequentiert. Dieser Umstand sorgt für einen gewissen Geräuschpegel und im Restaurant nicht unbedingt für die Anzugsordnung, die man sich dort wünscht, hat aber auch einen großen Vorteil für europäische Gäste: Es gibt immer freie Strandliegen, denn faul am Strand zu liegen und womöglich Sonne abzubekommen, ist das Letzte, was sich Gäste aus China oder Korea wünschen!

Was hat es eigentlich mit Boat Station 1 bis 3 auf sich?

Früher legten hier die Auslegerboote an und ab, die als Transferboote zwischen Boracay und Caticlan verkehrten. Heute starten hier nur noch Ausflugsboote, vor allem aber sind die Stationen zu Synonymen für die verschiedenen Abschnitte des White Beach geworden. Am ruhigen Strandabschnitt nördlich der Boat Station 1 befinden sich einige der exklusivsten Resorts des White Beach in direkter Strandlage, da die Strandpromenade erst weiter südlich beginnt. Die Übernachtungspreise hier im Norden sind die höchsten Boracays, denn man zahlt kräftig für die Lage am besten Stück Strand.

Wer es lebhaft mag und unzählige Restaurants, Bars und Einkaufsmöglichkeiten im unmittelbaren Hotelumfeld zu schätzen weiß, dem sei der zentrale Strandabschnitt um Boat Station 2 empfohlen. Dieser Abschnitt erwacht nach Sonnenuntergang richtig zum Leben, wenn die Musik der Live Bands einsetzt und die „Fire Dancers“ am Strand performen!

Der südliche White Beach an der Boat Station 3 bietet eine interessante Symbiose aus Station 1 und 2. Die Wege zu den Restaurants und Unterhaltungsmöglichkeiten am zentralen Strandabschnitt sind kurz, in den Hotels und am Strand genießt man aber noch ein gewisses Maß an Ruhe. Der Sand des Strandes ist hier im Süden nicht ganz so fein wie im Norden, dafür sind die Übernachtungspreise aber sehr viel erschwinglicher!

Bei aller Einteilung in Strandabschnitte sollte man aber eins nicht vergessen: Der White Beach ist insgesamt nur etwa 3,5 km lang. Südlich der Boat Station 1 gibt es außerdem eine (unbefestigte) Strandpromenade, auf der man bequem spazieren oder die Dienste der Fahrradrikschas in Anspruch nehmen kann. Ganz gleich in welchem Abschnitt Ihr Hotel liegt, die anderen Teile des Strandes bleiben also in Reichweite!

Wenn man sich also für Boracay als Urlaubsziel entscheidet, dann – so meine persönliche Meinung – sollte man sich auch für eine Unterkunft am White Beach entscheiden!

Für Surfer oder Kitesurfer, die auch einfache und sehr einfache Unterkünfte akzeptieren, dürfte der westliche Bulabog Beach mit seinen guten Windverhältnissen allerdings auch interessant sein.

Villa Caemilla Boracay

Nach unserem faulen Vormittag am Strand erkunden wir jene Hotels am südlichen White Beach, die wir bequem zu Fuß erreichen können. Besonders angetan sind wir hier von der „Villa Caemilla“, die mit angenehmer Größe, familiärer Atmosphäre und 39 schönen Zimmern punktet.

Am späten Nachmittag bummeln wir in Richtung Boat Station 2. Der Fußweg am Strand wird gesäumt von zahllosen kleinen Shops, Garküchen, Restaurants und Bars. Immer wieder werden Massagen am Strand angeboten.

Nachdem ich meinen Mann endlich von einem knusprigen Spanferkel über Holzkohle weggelockt habe, machen wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Strandbar für unseren Sundowner.

Jörg Spanferkel Boracay

Da wir zunächst bei jeder Bar meinen, dass bestimmt noch eine bessere kommt, sind wir schnell am Ende der kleinen Strandpromenade bei Boat Station 1 angekommen. Da die Sonne schon bedrohlich tief steht, muss es jetzt auch das gut gekühlte Flaschenbier eines kleinen Supermarktes tun! Dann sitzen wir am Strand und es gibt einen der berühmten Sonnenuntergänge Boracays.

Sonnenuntergang Boracay

Nach Einbruch der Dunkelheit bummeln wir durch die engen und vollen Gassen der „D’Mall“. Shops, Bars, Restaurants, Reisebüros ohne Ende! Schnell zieht es uns wieder zurück in die kühle Meeresbrise und wir entscheiden uns für Pasta und Pizza beim Italiener am Strand.

Am nächsten Tag schauen wir uns wieder Hotels an, diesmal aber mit ortskundigem Begleiter und Fahrzeug. Am besten gefällt uns das „Discovery Shores Boracay“ im Norden des White Beach. Eine gut gefüllte Reisekasse vorausgesetzt, kann man hier entspannte Urlaubstage mit viel Komfort und am absoluten Traumstrand verbringen!

Discovery Shores Junior Suite

Etwas enttäuscht bin ich vom Diniwid Beach, der sich nördlich an den White Beach anschließt. Je nach Jahreszeit und vorherrschender Strömung kann der Sandstrand hier vorübergehend weggespült werden, was bei längerfristigen Buchungen natürlich immer ein Risiko darstellt. Was die Hotels am lebhaften zentralen Abschnitt des White Beach betrifft, so würde ich hier ausnahmsweise die etwas größeren Anlagen bevorzugen, die einen nach außen abgeschirmten inneren Garten- oder Poolbereich haben.

Traumstrand am nördlichen White Beach

Das war er dann auch schon, unser kurzer Aufenthalt auf Boracay! Ich habe die Zeit hier genossen und die Schönheit des White Beach hat mich echt fasziniert.

Boracay mag kein Ziel für ruhesuchende Gäste und Romantiker sein, man kann dem Trubel aber mit einer klugen Hotelwahl gut aus dem Weg gehen.

Da die Insel – unter normalen Umständen – via Caticlan oder Kalibo auch gut erreichbar ist, bietet sie sich als ein mögliches Badeziel nach einer Rundreise auf Luzon geradezu an.

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Elke Günther

Am liebsten berate ich unsere Kunden zu Reisen nach Thailand und Malaysia, da ich diese Ziele von vielen eigenen Reisen am besten kenne. Zu meinen schönsten Reiseerinnerungen in Asien gehören aber auch lauschige Abende am Ufer des Mekong in Luang Prabang, die Fahrt per Pferdekutsche durch die Pagodenstadt Bagan, das nächtliche Lichtermeer Hongkongs, der schneeweiße Strand Boracays oder der Blick auf die Achttausender des Himalaya in Nepal.

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